Krieg in Nahost

Für Frieden in Israel und im Nahen Osten – Gebete, Materialien und Informationen für Gemeinden

Tausende Menschen in Israel sind am 7. Oktober Opfer eines brutalen Überfalls durch die radikalislamische Terrorgruppe Hamas geworden. Sie ist vor allem aus dem Gaza-Streifen nach Israel eingedrungen und hat vielerorts israelische Bürgerinnen und Bürger brutal attackiert und getötet. Mindestens 1.200 Menschen wurden laut offiziellen Angaben bislang getötet, mindestens 5.000 Menschen wurden dabei auch schwerverletzt.

Zudem wurde eine große Zahl von Menschen von der Hamas entführt. Neben Israelis wurden auch andere Staatsangehörige, darunter einzelne Deutsche verschleppt. Viele von ihnen sind Frauen, Kinder und junge Erwachsene, die an einem Musikfestival in der Nähe des Gazastreifens teilgenommen hatten. Hamas-Terroristen hatten die Teilnehmenden des Musikfestivals angegriffen, so dass allein hier etwa 260 Menschen ermordet wurden. Bei den darauf erfolgten israelischen Gegenangriffen im Gazastreifen wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet sowie etwa 27.000 Palästinenserinnen und Palästinenser verletzt, darunter auch viele Schwerverletzte (Angaben der UN OCHA vom 10.11.2023).

Als Evangelische Kirche von Westfalen stehen wir an der Seite Israels, verurteilen den Terrorangriff der Hamas und trauern mit den Angehörigen der israelischen Opfer. Wir denken und beten auch für die Opfer auf palästinensischer Seite, die in Folge des Terroranschlags getötet, verletzt und obdachlos wurden und sehen mit großer Sorge die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung.

Daher laden wir zu Gebeten und zum Gedenken für die Betroffenen und Opfer der Gewalt in Israel und in Palästina ein. Mögen die Gebete und das Gedenken dazu beitragen, den Frieden im Nahen Osten zu fördern, damit nicht weitere Menschen Opfer von Zerstörung und Gewalt werden, und auch als ein Zeichen unserer Verbundenheit mit Menschen in Israel und Palästina verstanden werden.

“Wir nehmen Anteil an eurem Leid” Delegation der EKvW besucht das Heilige Land.

Den ausführlichen Reisebericht finden sie hier zum nachlesen:

„Wir nehmen Anteil an eurem Leid“

Delegation der EKvW besucht das Heilige Land

Landeskirchenrat Dr. Albrecht Philipps, Dezernent für Mission und Ökumene, und Pfarrer Ralf Lange-Sonntag, zuständig für die Kontakte der EKvW im Nahen Osten und Mittleren Osten, besuchten vom 11. bis 14. April Kirchen und Partnerorganisationen in Israel und in den palästinensischen Autonomiegebieten. Mit ihrer Reise setzte die EKvW-Delegation ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Menschen vor Ort, die unter den Folgen des Angriffs der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel und des anschließenden Krieges in Gaza leiden. Es war der erste offizielle Besuch einer deutschen evangelischen Kirchendelegation nach dem 7. Oktober.

Die westfälische Delegation besuchte vor allem kirchliche Einrichtungen in Jerusalem, in Ramallah und in der Region Bethlehem. So waren sie unter anderem zu Gast bei der deutschen Exzellenz-Schule Talitha Kumi in Beit Jala, bei drei Schulen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) (Ramallah, Bethlehem und Beit Sahour), der Dar al-Kalima-University in Bethlehem sowie im Auguste-Victoria-Krankenhaus auf dem Ölberg, das vom Lutherischen Weltbund getragen wird. Es ist das wichtigste Krankenhaus für Krebs- und Dialysepatient*innen aus den palästinensischen Autonomiegebieten. Besonders beeindruckt waren die beiden Kirchenvertreter von der diakonischen Arbeit der ELCJHL, die angesichts der desaströsen Lage versucht, materielle und seelische Not zu lindern – nicht nur unter den eigenen Mitgliedern.

Bischof Dr. Sani Ibrahim Azar sowie die Pfarrer, Schulleiter und weitere Mitglieder der Kirchenleitung der ELCJHL berichteten von der prekären Situation der Menschen in Palästina. In der Folge des 7. Oktobers sei der Tourismus, der wichtigste wirtschaftliche Zweig der Region Bethlehem, vollständig zusammengebrochen. Ebenso seien die Arbeitserlaubnisse für die meisten Palästinenser, die bis Anfang Oktober in Israel gearbeitet haben, widerrufen worden. Aus der wirtschaftlichen Not erwachse die seelische Not: Viele Palästinenser*innen hätten keine Hoffnung mehr. Gut ausgebildete Palästinenser*innen kehrten dem Land den Rücken und emigrierten, darunter auch etliche christliche Familien. Es besteht daher die Sorge, dass die christliche Präsenz in der Region Bethlehem mittelfristig an ein Ende kommen könnte.

Einige Kirchenvertreter*innen vermuteten sogar, dass es die rechte Regierung Israels genau darauf absehe. Sie hoffen auf ein stärkeres Eintreten der europäischen Kirchen und Regierungen für die Christ*innen im Heiligen Land.

Philipps und Lange-Sonntag feierten am Sonntag mit der Jerusalemer Gemeinde einen Gottesdienst in der Himmelfahrtskirche. Dabei überbrachten sie die Grüße des Theologischen Vizepräsidenten der EKvW, Ulf Schlüter. Schlüter versicherte den palästinensischen Christ*innen Solidarität und Unterstützung: „Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei euch, wir hören auf eure Berichte und möchten euch bei uns zu Wort kommen lassen. Wir nehmen Anteil an eurem Leid und auch an eurer Hoffnung, die in Jesu Auferstehung begründet ist.“

Neben den Einrichtungen der ELCJHL trafen Philipps und Lange-Sonntag mit Propst Joachim Lenz, dem Vertreter der EKD in Jerusalem und Pfarrer der dortigen deutschsprachigen Erlöser-Kirchengemeinde, mit der Länderbeauftragten von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Judith Kuhne, sowie mit Anton Goodman von den Rabbis for Human Rights zusammen. Ebenso stand ein Gespräch mit dem Bürgermeister von Bethlehem und dem Flüchtlingsbüro des Middle East Council of Churches auf dem Programm.

Wegen des Raketenangriffs durch den Iran in den frühen Morgenstunden des 14. April mussten die beiden Delegierten ihren Besuch im Heiligen Land vorzeitig abbrechen. Der Besuch wurde von den Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern als ein wichtiger Schritt und als Unterstützung in der schwierigen Situation gewertet. Der evangelische Pfarrer von Ramallah, Rodny Said, drückte es so aus: „Es tut gut zu wissen, dass wir miteinander weiter auf dem Weg sind!“

Hintergrund-Information: Die Evangelische Kirche von Westfalen und das landeskirchliche oikos-Institut für Mission und Ökumene haben sich nach dem Terrorangriff der Hamas und dem Beginn des Krieges in Gaza bemüht, ihre Kontakte zu Kirchen und Organisationen in Israel und in den palästinensischen Autonomiegebieten aufrechtzuerhalten, insbesondere mit der ELCJHL. Sie haben u.a. im November 2023 eine Orientierungshilfe zur Situation im Heiligen Land und im Februar 2024 ein Interview mit dem Bischof der ELCJHL, Dr. Sani Ibrahim Azar, herausgegeben (https://www.oikos-institut.de/angebot/krieg-in-nahost/). Zurzeit führt das oikos-Institut eine neunteilige Online-Veranstaltungsreihe mit Gesprächspartner*innen aus Israel und Palästina durch (weitere

Informationen und Anmeldung: https://www.oikos-institut.de/veranstaltung/online-talk-reihe-wie-geht-es-weiter-im-heiligen-land/).

(Bild 1: v.l.  LKR Dr. Albrecht Philipps, Pfarrer Fursan Zumot, Bischof Dr. Sani Ibrahim Azar und Ralf Lange-Sonntag nach dem Gottesdienst in der Himmelfahrtskirche) (Bild 2: Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ramallah) (Bild 3: Die meisten Geschäfte in der Altstadt von Jerusalem sind geschlossen.) (Bildrechte: EKvW)

Das oikos-Institut für Mission und Ökumene hat Informationen zum Konflikt veröffentlicht, Materialien für Friedensgebete erarbeitet und weitere Materialien zusammengestellt. Die Materialien finden sie auf dieser Seite.

Der Terrorangriff  der Hamas auf Israel, der Krieg im Nahen Osten und die Folgen – Eine Orientierungshilfe für die Kirchengemeinden in der Evangelischen Kirche von Westfalen, 15.11.23 zur Orientierungshilfe

Eine Aktualisierung der Orientierungshilfe ist in Arbeit.

Entwürfe des oikos-Institutes für Friedensgebete

Vorschläge für Gebete

Die Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem lädt jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag zu einem Online-Gebet ein, jeweils 18.00 Uhr MEZ (19.00 Uhr in Jerusalem). Der Zoom-Zugang für alle Gebete: Direktlink oder Meeting-ID: 976 8331 9026 / Kenncode: 391044

Ein multireligiöses Gebet angesichts des Israel-Gaza-Krieges hat die Initiative “Rabbis for Human Rights” initiiert und veröffentlicht (in Englisch) – zum Download

Beschreibung und Einschätzungen der Situation durch das oikos-Institut

Für das Friedensgebet des oikos-Institutes wurde die Situation in Israel und im Nahen Osten sowie die ökumenischen Beziehungen und Partnerschaften der EKvW dargestellt. Diese finden Sie hier: Vorbemerkung und Einführung

Beschreibung und eine vorläufige Einschätzung der aktuellen Lage durch das oikos-Institut – auch im Blick auf unsere ökumenischen Partnerinnen und Partner in Israel und Palästina sowie auf unsere Rolle als Evangelische Kirche von Westfalen, Stand 24.10.23 – zum Dokument

Berichte von Partnern der Ev. Kirche von Westfalen aus dem Nahen Osten

Hoffnung stiften: Solidaritäts- und Begegnungsreise nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete, März 2024: Ein Bericht von Dr. Barbara Gierull, zum Bericht

Für Hoffnung in dunklen Zeiten – Online-Gespräch mit Friedensaktivisten der „Combatants for Peace“ aus Palästina und Israel (Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 18.01.2024) Rana Salman und Yair Bunzel berichten über ihren Weg zu den „Friedenskämpfern“, über ihre Arbeit und die derzeitige Situation im Nahen Osten. Hier kann die Diskussion nachgesehen werden: Zum Video

Wenn Israelis und Palästinenser Frieden suchen: Ein Bericht von Brot für die Welt über die Arbeit der Partner von Parents Circle (13.12.23) – zum Bericht

Die Ev. Kirche von Westfalen hat am 12.12.23 ein Grußschreiben zu Chanukka und Weihnachten  an die Partner in Israel und Palästina geschrieben – zum Grußschreiben und zur Pressemitteilung 

Schilderung der Situation in Beit Jala, Westjordanland, durch Burghard Schunkert und dem Lifegate Team Rehabilitation, 26.10.23 – zum Brief /  November 23 – zum Brief

Ein Bericht des Rossing-Centers for Education and Dialogue aus Jerusalem zu Übergriffen auf Menschen christlichen Glaubens und christliche Einrichtungen in Israel und in Jerusalem. Zum Download

Ein Appell von Pastor Ashraf Tannous, Evang. Luth Kirche der Reformation, Beit Jala (Westjordanland) mit Bitte um Unterstützung durch Spenden und Gebete, 30.10.23 – zum Brief in Englischzum Brief in Deutsch

Ein Bericht zur Situation des Burqin Rehabilitation Center in Jenin, Westjordanland  zum Bericht

Die Situation der Schule Talitha Kumi in Beit Jala schildert Laura Bishara, Palästinensische Schulleiterin. zum Bericht  Matthias Wolf, Direktor der Schule, beschreibt in einem Zeitungsinterview die Lage.  zum Interview

Das Leo Baeck Education Centre in Haifa informiert in einem Newsletter über ihre Situation. zur Webseite

Osterbotschaft der Kirchenoberhäupter in Jerusalem

Die Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem rufen zu einer sofortigen Waffenruhe in Gaza, zur Freilassung aller Gefangenen und zur Versöhnung auf (28.03.24). zum Aufruf

Andere Berichte

Sieglinde Weinbrenner, LWB-Länderrepräsentantin in Jerusalem, über die Lage in Jerusalem und im Gazastreifen, 23.1.24 – zum Bericht

Uwe Gräbe, ehemaliger Propst in Jerusalem und derzeit Nahostreferent der Evangelischen Mission in Solidarität (ems), schildert in einem Interview die Situation des zerstörten christlichen Al Ahli-Krankenhaus in Gaza-Stadt. 5.11.23 zum Interview

Ralph Frieling, Pfarrer in Weslarn (Kirchenkreis Soest-Arnsberg) berichtet, wie er bei einer Studienreise in Israel und den palästinensischen Gebieten den 7.10.23 erlebte und was dies bei ihm auslöste “Beten für die Menschen in Israel und Gaza” (5.12.23, Deutsche Welle) – zum Beitrag

Die Friedensaktivistin Vivian Silver, Mitgründerin der Friedensorganisationen Women Wage Peace, wurde von der Hamas ermordet. Bericht zu der Arbeit 

Auswirkungen in Deutschland

Der Soziologe und Antisemitismusforscher, Dr. Klaus Holz, reflektiert Antisemitismus in Deutschland in einem Interview mit der FR, 12.10.23. zum Artikel

„Das Land ist groß genug, um uns alle beherbergen zu können“

Uns ist eine differenzierte Sicht auf den Krieg im Nahen Osten ein wichtiges Anliegen. Die hier veröffentlichten Stellungnahmen wurden unter diesem Aspekt ausgewählt.

In der weltweiten Ökumene

  • Lutherische Weltbund zur Situation in Gaza (100 Tage Krieg in Gaza), 15.1.24 – zum Aufruf
  • Kirchenleitende im Heiligen Land rufen zur Deeskalation und zur Achtung der Menschenrechte auf – zum Aufruf
  • Der Exekutivrat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) ruft zu Waffenstillstand und der Einrichtung humanitärer Korridore auf (13.11.23) : Erklärung in Englisch und in Deutsch
  • Brief des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Card. Pizzaballa, an die Diözese, 24.10.23 – Brief in EnglischBrief in Deutsch
  • Der Gemeinsame Ausschuss der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Katholischen Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) haben eine Erklärung veröffentlicht, 8.11.23  in Englisch –  in Deutsch

In Deutschland – Landeskirchen, EKD, Missions- und Hifswerke

  • Solidarität mit den Opfern und Frieden im Nahen Osten – Stellungnahme des Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit – zur Stellungnahme
  • Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein! – Stellungnahme des ems (Evangelische Mission in Solidarität) – zur Stellungnahme
  • Aufstehen gegen Terror, Hass und Antisemitismus – in Solidarität und Mitgefühl mit Israel, Rede von Präses Dr. h.c. Annette Kurschus, EKD-Ratsvorsitzende am 22.10.23 in Berlin – zur Rede
  • Dem Terror sind alle Menschen gleichgültig – Beitrag von Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt – zum Blogbeitrag vom 20.10.23
  • Feuerpause in Gaza muss mehr humanitäre Hilfe ermöglichen – Pressemitteilung vom 24.11.23
  • Die Ev. Kirche von Westfalen hat am 12.12.23 ein Grußschreiben zu Chanukka und Weihnachten  an die Partner in Israel und Palästina geschrieben – zum Grußschreiben und zur Pressemitteilung 

In den Kirchenkreisen der Ev. Kirche von Westfalen

Wir haben hier alle uns bekannten Stellungnahmen zum Nahostkrieg aus Synoden der Kirchenkreise der EKvW veröffentlicht.

Für die Schule und Jugendarbeit

Das Pädagogische Institut der EKvW hat eine aktuelle Sammlung mit Materialien für Kinder im Grundschulalter erstellt. Zur Materialsammlung

Das Amt für Jugendarbeit der EKvW hat eine Materialsammlung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erstellt: Zur Materialsammlung

Das Bistum Essen hat eine Materialsammlung für den Religionsunterricht zusammengestellt. Zur Materialsammlung

Nahostkonflikt in der Schule – Empfehlungen für Lehrkräfte und Eltern vom Forum Ziviler Friedensdienst e. V. Zur Materialsammlung

Sie können die Menschen und Gruppen unterstützen, die sich für Frieden und Menschenrechte in Israel und im Nahen Osten einsetzen.

Spenden Sie für Humanitäre Arbeit in Israel und im Nahen Osten

Die Evang. Luth Kirche der Reformation in Beit Jala (Westjordanland) unterstützt Familien in der Region, die aufgrund des Krieges direkt vom Verlust der Arbeit betroffen sind, mit den dringend benötigten Lebensmitteln, Wohnkosten und Schulgebühren. Das Abraham’s Tent Programm ist für Schüler weiterhin geöffnet. Es ist ihnen wichtig, den Schülern die Möglichkeit zu geben, weiter zu lernen.  Zum Brief und Spendenaufruf

Lifegate in Beit Jala (Westjordanland) hilft Menschen mit Behinderung im Heiligen Land (Israel und den palästinensischen Gebieten) sowie in Jordanien, Irak und Ägypten, durch Förderung, (Aus-)Bildung und Therapie, selbstständig leben zu lernen. Auch sie benötigen in dieser Situation Unterstützung. Zum Brief und zur Webseite

Das Leo Baeck Center ist eine der führenden Bildungseinrichtungen Israels, die qualitativ hochwertige Bildungsprogramme auch für besonders bedürftige Schüler aller Religionen, Kulturen und sozioökonomischen Hintergründe anbietet. Zur Webseite mit Spendenmöglichkeit

Die Diakonie Katastrophenhilfe (DKH) unterstützt seit vielen Jahren humanitäre Projekte im Nahen Osten, auch im Gaza Streifen. Im Al-Ahli Arab Krankenhaus in Gaza-Stadt haben Partner der DKH ein Krebsdiagnostikzentrum eingerichtet. Am 17. Oktober wurde das Krankenhaus von Raketen getroffen, dabei starben hunderte Menschen.  Die DKH ruft zu Spenden auf für humanitäre Hilfe in der Region: Spendenaufruf der Diakonie Katastrophenhilfe

Das oikos-Institut lädt zu einer Online-Veranstaltungsreihe ein: “Online Talk Reihe: Wie geht es weiter im Heiligen Land” ein. Informationen und Anmeldung hier

Tent of Nations (ToN): Dringender Appell gegen Landenteignung im Westjordanland (2.6. 2024)

Seit 1991 wehrt sich die Familie Nassar mit friedlicher Beharrlichkeit gegen die Beschlagnahmung der
internationalen Begegnungsstätte ToN im Gebiet C des besetzten Westjordanlands, Palästina. Da sich
die Situation weiter verschlechtert, brauchen sie dringend Ihre Unterstützung.
Während alle Augen auf den Gazastreifen gerichtet sind wird immer mehr palästinensisches Land im Westjordanland beschlagnahmt. Auch die Familie Nassar ist von dieser Entwicklung nicht verschont geblieben. Am 13.3. 2024 begannen die Israelis plötzlich mit dem Bau einer Straße auf dem ToN. Am 21.3. 2024
wurde mit dem Bau einer 2. Straße begonnen, die, wenn sie fortgesetzt wird, in das Land der Familie eindringen würde. Nachdem die israelischen Militärbehörden nicht auf den Straßenbau auf dem ToN reagiert hatten, wandte sich der Anwalt der Familie Nassar an den Obersten Gerichtshof, der zuvor entschieden hatte, dass ihr Land nicht angetastet werden darf, solange die Familie Nassar das Neuregistrierungsverfahren durchläuft. Am 21.4. 2024 erließ der Oberste Gerichtshof eine Verfügung, die es dem Staat untersagte, bis auf weiteres irgendetwas auf dem Grundstück der Nassars zu unternehmen, und der Staat erhielt bis zum 16.5. 2024 Zeit, auf diese Verfügung des Gerichts zu reagieren. Am 16.5. 2024 teilte der Staat dem Anwalt von Nassar mit, dass auf dem Land von Nassar keine Bauarbeiten stattfinden werden, und der Staat beantragte einen Aufschub bis zum 5.6. 2024, um die Umstände auf dem Land von Nassar zu prüfen. Während der Staat die Entscheidung hinauszögert, betreten Israelis weiterhin das Land der Nassars und arbeiten dort – zuletzt am 31. Mai 2024. In der Zwischenzeit, am 27.4. 2024, haben israelische Siedler mit dem Bau einer 3. Straße auf dem ToN begonnen. Diese Straße führt vom Tal hinauf auf den Berg und soll schließlich mit der 1. Straße, die gerade gebaut wird, verbunden werden. Am 3.5. 2024 hielt die Familie zusammen mit
internationalen Freiwilligen die Siedler davon ab, die Straße weiter zu bauen, indem sie dem Fahrer des Bulldozers den Beschluss des Obersten Gerichtshofs vom 21.4. 2024 zeigte. Bei der israelischen Polizei wurde eine Beschwerde mit einer Kopie des Beschlusses des Obersten Gerichtshofs und Fotos eingereicht. Und dann, am 27.5. 2024, stellten israelische Siedler ein Wohnmobil direkt an das Land der Nassars, was offenbar die Errichtung eines neuen Außenpostens darstellt. Zusätzlich zu diesen äußerst besorgniserregenden Entwicklungen sehen sich die Nassars wie andere palästinensische Landwirte mit weiteren Beschränkungen beim Zugang zu ihrem Land und zunehmenden Einschüchterungen und Schikanen durch israelische Soldaten und Siedler konfrontiert, wenn sie versuchen, ihre Felder zu bestellen. Fast täglich versuchen israelische Militärs/Sicherheitskräfte oder Siedler, die Familie Nassar an der Arbeit auf ihrem Hof zu hindern, und haben die Zäune des Hofes beim Betreten des Grundstücks beschädigt. Die Familie Nassar kämpft seit 33 Jahren vor Gericht, um ihr Land neu registrieren zu lassen (was nach israelischem Recht erforderlich ist, da ihr Grundstück im Gebiet C des besetzten Westjordanlandes liegt). Die Zivilverwaltung hat die letzte Anhörung zur Neuregistrierung ihres Landes im Dezember 2023 abgesagt. Eine neue Anhörung ist für den 2.7. 2024 anberaumt; diese Anhörung
(falls sie nicht erneut abgesagt wird, um den Prozess zu verzögern) wird die 11. in einer Reihe von Anhörungen sein, die erst 2021 begannen, viele Jahre nachdem der Oberste Gerichtshof Israels im Jahr 2006 entschieden hatte, dass die Familie Nassar ihr Land 42 ha großes Land neu registrieren lassen darf. Bei dieser Anhörung wird ein Mitglied der Familie Nassar als Zeuge zugelassen, und ein Landexperte aussagen, dass die Familie seit über 100 Jahren Eigentümerin des Landes ist, was durch die umfangreichen Unterlagen der Familie belegt wird. Das Eigentum der Familie Nassar an ihrem Land ist eindeutig und gut dokumentiert. Die derzeitige Situation, der Bau der neuen Straße und des Außenpostens machen es umso dringlicher, dass diese Verzögerungen ein Ende haben und ein gerechtes Ergebnis für die Familie erzielt wird, d. h. der Abschluss des Neuregistrierungsverfahrens, mit dem das Eigentum der Nassar an ihrem gesamten Land anerkannt wird.

Fünf Prioritäten zur Unterstützung der Familie Nassar

Die Maßnahmen Ihrer Regierung sind dringend erforderlich, um die gefährliche Situation der Familie Nassar zu beenden und für Gerechtigkeit zu sorgen, indem die illegale Beschlagnahmung ihres Landes verhindert und damit auch die Einhaltung des Völkerrechts sichergestellt wird. Insbesondere ist es unerlässlich, dass Ihre Regierung alle möglichen Schritte unternimmt, um sicherzustellen, dass:

  1. Das Eigentum der Nassar an ihrem gesamten Land, wie es in den Neuregistrierungsfällen Nr. 3714/2 und 3715/2 abgegrenzt wurde, bestätigt wird und die Neuregistrierung sofort abgeschlossen wird. Nach 33 Jahren juristischen Kampfes ist es inakzeptabel, die Familie Nassar weiterhin einer unendlichen Anzahl von Anhörungen auszusetzen, die regelmäßig verschoben werden. Zusätzlich zu der Tatsache, dass Ihre Regierung den hochrangigen israelischen Behörden die Bedeutung dieses gerechten Ergebnisses für die Nassars ohne weitere Verzögerungen mitteilt, unterstützen Sie bitte die Nassars, die an der für den 2. Juli 2024 geplanten Anhörung auf dem Militärgelände in Beit El (nördlich von Ramallah) teilnehmen.
  2. Der Straßenbau und alle anderen Beschädigungen und das unbefugte Betreten des Privatgrundstücks der Nassars werden eingestellt.
  3. Die Behinderung des Zugangs der Nassar zu ihrem Land sowie die Einschüchterung und Belästigung durch israelisches Militär/Sicherheitsdienst oder Siedler müssen aufhören.
  4. Die Nassars müssen unbedingt geschützt werden und ihr Land sicher bewirtschaften können. Bis diese bedrohliche Situation beendet ist, braucht die Familie Nassar weiterhin Schutz. Bitte vereinbaren Sie einen Termin, um die Nassars auf dem ToN regelmäßig zu besuchen – so oft wie möglich. Ihre Anwesenheit ermöglicht es den Nassars, ihr Land in Sicherheit zu bewirtschaften, und trägt dazu bei, feindselige Handlungen gegen die Nassars zu verhindern sowie Schäden und unbefugtes Eindringen in ihr Eigentum zu verhindern.
  5. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Regierung über die Entwicklung der Lage vor Ort auf dem Laufenden bleibt, indem Sie das ToN häufig besuchen. Bitten Sie die Gruppen, die Ihre Einrichtung besuchen, auch zum ToN zu kommen, um sich aus erster Hand ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis für die Dringlichkeit, jetzt zu handeln!

Spenden bitte an: JugendInterKult e.V. (Kontakt Gregor Schröder)
IBAN: DE09 3806 0186 0704 8870 19,
BIC GENODED1BRS,
Volksbank Köln Bonn
Verwendungszweck: „Spende für Tent of Nations“
Wer eine Spendenbescheinigung haben möchte, gibt als Verwendungszweck neben “Spende für Tent
of Nations” auch seine vollständige Anschrift an.
Weitere Infos: mariusstark@gmx.de oder Daoud Nassar: +972 52-2975985 (erreichbar über
WhatsApp und Signal), dnassar@tentofnations.org

Der Appell steht hier zum Download bereit:

Kontakt

  • Ralf Lange-Sonntag

  • 0231 5409-13

  • Interreligiöser Dialog; islamischer Dialog; christlich-jüdischer Dialog; Naher und Mittlerer Osten
  • Dr. Christian Hohmann

  • 05731 7448695

  • Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK); Catholica; Orthodoxie; Koordination Region Ostwestfalen