Zwischen globaler Energiewende und kolonialem Erbe
Das geplante Hyphenprojekt in Namibia steht exemplarisch für die wachsende Bedeutung von grünem Wasserstoff in der globalen Energiewende. Gleichzeitig wirft es grundlegende Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, historischer Verantwortung und der Wahrung von Rechten lokaler Gemeinschaften auf. Besonders im Fokus stehen die Belange der Nama, Nachkommen des vom Deutschen Reich verübten Völkermordes, deren traditionelles Gebiet Great Namaqualand vom Projekt berührt wird. Einst wurden die Nama ihres Landes für den Abbau von Diamanten und anderer Ressourcen zugunsten deutscher Unternehmen beraubt. Umso mehr schmerzt es sie, dass sie nicht angemessen in die Entscheidungsprozesse um das Wasserstoffprojekt einbezogen wurden. Ein geplanter Hafenausbau gefährdet zudem die Unversehrtheit des Gedenkorts an den Völkermord auf Shark Island, wo sich zur Zeit des Völkermordes ein Konzentrationslager befand.
Die Veranstaltung beleuchtet die energiepolitischen Hintergründe entstehender Wasserstoffmärkte und die Perspektiven betroffener Gemeinschaften vor dem Hintergrund deutscher Kolonialgeschichte in Namibia.
Mit Eva-Maria Reinwald (oikos-Institut für Mission und Ökumene) und Sima Luipert (Nama Traditional Leaders Association, online zugeschaltet).
Moderation: Claudio Gnypek (Vereinte Evangelische Mission).
Keine Anmeldung erforderlich.
