Solidarität und Gebete für die Menschen im Iran

Theologe aus Teheran wünscht sich mehr Unterstützung

Viele Exil-Iranerinnen und -Iraner erleben die gegenwärtige Situation in ihrem Heimatland als belastend und fühlen sich ohnmächtig, weiß Pastor Mehrdad Sepehri Fard. Der Kontakt zu ihren Familien im Iran sei stark eingeschränkt. Telefonverbindungen funktionierten kaum noch, Informationen erreichten das Ausland oft nur bruchstückhaft.

Der in Teheran geborene Sepehri Fard leitet seit 2017 die Fachstelle „Persischsprachige Seelsorge in Westfalen“ und begleitet persischsprachige Christinnen und Christen, vor allem aus dem Iran, Afghanistan und Tadschikistan. In einem Gespräch mit der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ berichtet er über schwere Menschenrechtsverletzungen, Gewalt durch Sicherheitskräfte und unklaren Opferzahlen. Teilweise müssten Familien Geld zahlen, um die Leichen getöteter Angehöriger zu erhalten – andernfalls würden diese anonym bestattet.

Der christliche Glaube spiele für viele eine zentrale Rolle, so der Theologe. Gottesdienste, Gebete und Gedenkhandlungen gäben Halt und Hoffnung. Zugleich ruft er zu politischem Engagement auf, etwa durch Briefe an Politikerinnen und Politiker. Auch sollten die iranischen Revolutionswächter als Terrororganisation eingestuft werden.

Trotz Repressionen existieren weiterhin verdeckte Netzwerke im Iran, über die unter anderem Bibeln verteilt und Taufkurse online durchgeführt werden. Viele persischsprachige Christinnen und Christen seien gut in deutsche Kirchengemeinden integriert. Nach seinen eigenen Angaben hat er bisher mehr als 600 Menschen intensiv betreut, viele bereits während des Asylverfahrens. Neben seelsorgerlicher Begleitung organisiert er Online-Kurse, Gottesdienste und geistliche Angebote.

Mit Blick auf die Zukunft des Iran zeigt sich Sepehri Fard überzeugt, dass das Ende der Islamischen Republik näher rücke. Anders als früher setzten viele Menschen nicht mehr auf Reformen, sondern auf einen grundlegenden politischen Wandel. Unterstützung erhoffen sich viele sowohl von westlichen Staaten als auch von der Zivilgesellschaft. Von Christinnen und Christen in Deutschland wünscht sich Sepehri Fard mehr öffentliche Solidarität, Information und Gebet für die Menschen im Iran.

Das Interview im Wortlaut gibt es hier zum Nachlesen:

UK05_2_Iran_Sepehri-Fard_25012026

 

 

 

 

 

 

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Solidarität und Gebete für die Menschen im Iran

Theologe aus Teheran wünscht sich mehr Unterstützung

Viele Exil-Iranerinnen und -Iraner erleben die gegenwärtige Situation in ihrem Heimatland als belastend und fühlen sich ohnmächtig, weiß Pastor Mehrdad Sepehri Fard. Der Kontakt zu ihren Familien im Iran sei stark eingeschränkt. Telefonverbindungen funktionierten kaum noch, Informationen erreichten das Ausland oft nur bruchstückhaft.

Der in Teheran geborene Sepehri Fard leitet seit 2017 die Fachstelle „Persischsprachige Seelsorge in Westfalen“ und begleitet persischsprachige Christinnen und Christen, vor allem aus dem Iran, Afghanistan und Tadschikistan. In einem Gespräch mit der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ berichtet er über schwere Menschenrechtsverletzungen, Gewalt durch Sicherheitskräfte und unklaren Opferzahlen. Teilweise müssten Familien Geld zahlen, um die Leichen getöteter Angehöriger zu erhalten – andernfalls würden diese anonym bestattet.

Der christliche Glaube spiele für viele eine zentrale Rolle, so der Theologe. Gottesdienste, Gebete und Gedenkhandlungen gäben Halt und Hoffnung. Zugleich ruft er zu politischem Engagement auf, etwa durch Briefe an Politikerinnen und Politiker. Auch sollten die iranischen Revolutionswächter als Terrororganisation eingestuft werden.

Trotz Repressionen existieren weiterhin verdeckte Netzwerke im Iran, über die unter anderem Bibeln verteilt und Taufkurse online durchgeführt werden. Viele persischsprachige Christinnen und Christen seien gut in deutsche Kirchengemeinden integriert. Nach seinen eigenen Angaben hat er bisher mehr als 600 Menschen intensiv betreut, viele bereits während des Asylverfahrens. Neben seelsorgerlicher Begleitung organisiert er Online-Kurse, Gottesdienste und geistliche Angebote.

Mit Blick auf die Zukunft des Iran zeigt sich Sepehri Fard überzeugt, dass das Ende der Islamischen Republik näher rücke. Anders als früher setzten viele Menschen nicht mehr auf Reformen, sondern auf einen grundlegenden politischen Wandel. Unterstützung erhoffen sich viele sowohl von westlichen Staaten als auch von der Zivilgesellschaft. Von Christinnen und Christen in Deutschland wünscht sich Sepehri Fard mehr öffentliche Solidarität, Information und Gebet für die Menschen im Iran.

Das Interview im Wortlaut gibt es hier zum Nachlesen:

UK05_2_Iran_Sepehri-Fard_25012026

 

 

 

 

 

 

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