Regiolokale Kirchenentwicklung in der Lippischen Landeskirche
Regiolokale Kirchenentwicklung in der Lippischen Landeskirche
Die Lippische Landessynode hat im Juni 2025 neue wegweisende Weichen für die Zukunft evangelischer Kirche in Lippe gestellt.
Dabei wurde ein Prozess auf den Weg gebracht, der zu einer intensiven Zusammenarbeit von Kirchengemeinden in den Regionen führen soll. Dies soll eine Profilbildung und Schwerpunktsetzung zum Beispiel im gottesdienstlichen Leben oder in der Jugendarbeit ermöglichen bei gleichzeitiger Bündelung von Ressourcen. Zur Stärkung des kirchlichen Lebens vor Ort wird empfohlen, die Zahl der Körperschaften zu reduzieren. Bisher ist jede Kirchengemeinde eine eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Damit sind verwaltungstechnische Pflichten verbunden, die die Gemeinden zunehmend belasten. Längerfristig könnten gemeinsame Körperschaften in den jeweiligen Kooperationsräumen geschaffen und die einzelnen Gemeinden so deutlich entlastet werden.
Eine Serviceagentur für Transformation soll diese Veränderungsprozesse professionell begleiten. Hier wird sich ggf. eine Zusammenarbeit mit der GBOE-Westfalen anbahnen können. Die Rollen werden noch zu klären sein.
Corporate Identity Prozess
Um die Veränderungsprozesse zu unterstützen, hat die Synode einen Corporate Identity Prozess für die Landeskirche auf den Weg gebracht, der im kommenden Jahr starten soll. Das Leitbild soll weiterentwickelt werden. Es geht auch um die Prägung des Umgangs miteinander sowie um das Corporate Design. Ziel eines neuen Designs ist, dass die Lippische Landeskirche in der Öffentlichkeit moderner und ansprechender auftritt. Außerdem soll Kirche ein attraktiver Ort sein, um dort zu arbeiten oder sich ehrenamtlich zu engagieren.
Erprobungsräume
Ein Kernstück des Zukunftsprozesses in den vergangenen Jahren waren die Erprobungsräume. Kirchengemeinden und Einrichtungen der Lippischen Landeskirche haben neue Formen der kirchlichen Arbeit erprobt. 13 Erprobungsräume waren vor fünf Jahren an den Start gegangen. Die letzten noch laufenden Erprobungsräume und damit die Finanzierung durch die Landeskirche enden in diesem Jahr. Perspektiven für eine Ausweitung auf die gesamte Landeskirche sehen die Synodalen im Popkantorat und in der interkulturellen Gemeinde „Together in Christ“ – beide werden mittelfristig aus unterschiedlichen Mitteln weiter finanziell unterstützt. Ziel ist es, dass daraus dauerhafte Aufgaben der Landeskirche werden.
Hintergrund
Mehrere Jahre wurde im Zukunftsprozess der Landeskirche „Kirche in Lippe – auf dem Weg bis 2030“ auf diese Beschlüsse hingearbeitet. „Das, was wir auf dieser Synode diskutieren, bündelt die Erfahrungen, Überlegungen, Impulse aus dem bisherigen Zukunftsprozess“, sagte Landessuperintendent Dietmar Arends zum Auftakt. „Wir wollen Kirche nicht bloß irgendwie erhalten, sondern zu ihrer Erneuerung beitragen, an ihrer Transformation arbeiten, aus der Hoffnung heraus, dass Gott selbst Zukunft schenkt. In einer Zeit, in der so vieles brüchig wird, in der Vertrauen schwindet, Strukturen wegbrechen, Selbstverständlichkeiten verlorengehen, suchen wir nach dem, was uns trägt und Hoffnung gibt. So wird aus der Sorge um die Zukunft eine Bewegung der Hoffnung.“
