Neue Projektstelle Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit

Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der Energiewende. Seine Produktion im Globalen Süden birgt Chancen, aber auch Risiken. Seit Mitte November arbeitet Eva-Maria Reinwald als Referentin für „Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit im oikos-Institut. Drei Fragen an die neue oikos-Projektreferentin:

Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit: Was hat das miteinander zu tun?
Grüner Wasserstoff wird mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt und ist für die Erreichung der Klimaziele unverzichtbar. Deutschland kann jedoch nur einen Teil selbst erzeugen und wird auf Importe angewiesen sein. Dafür kommen auch Länder wie Namibia, Südafrika oder Chile in Betracht. Da die Herstellung von Wasserstoff viel Fläche und Wasser beansprucht kann das vor Ort zu Wasserknappheit führen. Menschen könnten von ihrem Land vertrieben werden und Lebensräume verloren gehen – Ungerechtigkeiten, die an alte Abhängigkeitsmuster erinnern.
Richtig gestaltet, können Projekte aber auch Vorteile bringen: Neue Solar- und Windparks können zur Verbesserung der lokalen Stromversorgung beitragen, Weiterverarbeitung vor Ort kann Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Zentral sind faire Verträge und Rahmenbedingungen sowie der Einbezug der Betroffenen vor Ort. Klar bleibt: Wasserstoff ist ressourcenintensiv und sollte nur dort eingesetzt werden, wo Strom nicht direkt nutzbar ist. Und auch unser Energieverbrauch insgesamt muss sinken.

Was verbindet dich mit dem Thema?
Schon als Jugendliche habe ich mich für Klimaschutz engagiert. Besonders eindrücklich war für mich eine Begegnung mit einer Klimazeugin aus Nicaragua, die berichtete, wie anhaltende Dürren die Ernährung ihrer Familie bedrohen. Diese Erfahrungen zeigen, wie stark Menschen im Globalen Süden unter einem Wandel leiden, zu dem sie kaum beitragen. Als Land, das Wohlstand lange auf fossilen Energien aufgebaut hat, tragen wir eine besondere Verantwortung, unser Wirtschaften zu verändern.
Beruflich habe ich dazu bereits arbeiten dürfen: Als Projektreferentin für Klimagerechtigkeit beim damaligen Amt für MÖWe habe ich 2015 den Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit mit koordiniert – ein sehr ermutigendes Zeichen kirchlichen Engagements. Später setzte ich mich bei SÜDWIND für Menschenrechte in globalen Lieferketten ein. In meiner neuen Aufgabe kann ich Klimagerechtigkeit und menschenwürdiges Wirtschaften miteinander verbinden.

Was sind aktuelle Herausforderungen?
Die weltweite Wasserstoffwirtschaft entwickelt sich derzeit langsamer als erwartet, viele Projekte stehen noch unter Finanzierungsvorbehalt. Gleichzeitig brauchen bestimmte Industrien dringend Wasserstoff, um aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit wird daher auch sein, bestehende Hemmnisse zu beleuchten und Wege für einen fairen und nachhaltigen Wasserstoffhochlauf aufzuzeigen.

 

Foto: Eva-Maria Reinwald

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Neue Projektstelle Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit

Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der Energiewende. Seine Produktion im Globalen Süden birgt Chancen, aber auch Risiken. Seit Mitte November arbeitet Eva-Maria Reinwald als Referentin für „Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit im oikos-Institut. Drei Fragen an die neue oikos-Projektreferentin:

Wasserstoff und Globale Gerechtigkeit: Was hat das miteinander zu tun?
Grüner Wasserstoff wird mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt und ist für die Erreichung der Klimaziele unverzichtbar. Deutschland kann jedoch nur einen Teil selbst erzeugen und wird auf Importe angewiesen sein. Dafür kommen auch Länder wie Namibia, Südafrika oder Chile in Betracht. Da die Herstellung von Wasserstoff viel Fläche und Wasser beansprucht kann das vor Ort zu Wasserknappheit führen. Menschen könnten von ihrem Land vertrieben werden und Lebensräume verloren gehen – Ungerechtigkeiten, die an alte Abhängigkeitsmuster erinnern.
Richtig gestaltet, können Projekte aber auch Vorteile bringen: Neue Solar- und Windparks können zur Verbesserung der lokalen Stromversorgung beitragen, Weiterverarbeitung vor Ort kann Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Zentral sind faire Verträge und Rahmenbedingungen sowie der Einbezug der Betroffenen vor Ort. Klar bleibt: Wasserstoff ist ressourcenintensiv und sollte nur dort eingesetzt werden, wo Strom nicht direkt nutzbar ist. Und auch unser Energieverbrauch insgesamt muss sinken.

Was verbindet dich mit dem Thema?
Schon als Jugendliche habe ich mich für Klimaschutz engagiert. Besonders eindrücklich war für mich eine Begegnung mit einer Klimazeugin aus Nicaragua, die berichtete, wie anhaltende Dürren die Ernährung ihrer Familie bedrohen. Diese Erfahrungen zeigen, wie stark Menschen im Globalen Süden unter einem Wandel leiden, zu dem sie kaum beitragen. Als Land, das Wohlstand lange auf fossilen Energien aufgebaut hat, tragen wir eine besondere Verantwortung, unser Wirtschaften zu verändern.
Beruflich habe ich dazu bereits arbeiten dürfen: Als Projektreferentin für Klimagerechtigkeit beim damaligen Amt für MÖWe habe ich 2015 den Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit mit koordiniert – ein sehr ermutigendes Zeichen kirchlichen Engagements. Später setzte ich mich bei SÜDWIND für Menschenrechte in globalen Lieferketten ein. In meiner neuen Aufgabe kann ich Klimagerechtigkeit und menschenwürdiges Wirtschaften miteinander verbinden.

Was sind aktuelle Herausforderungen?
Die weltweite Wasserstoffwirtschaft entwickelt sich derzeit langsamer als erwartet, viele Projekte stehen noch unter Finanzierungsvorbehalt. Gleichzeitig brauchen bestimmte Industrien dringend Wasserstoff, um aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit wird daher auch sein, bestehende Hemmnisse zu beleuchten und Wege für einen fairen und nachhaltigen Wasserstoffhochlauf aufzuzeigen.

 

Foto: Eva-Maria Reinwald

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