Kritik am Handelsabkommen der EU und MERCOSUR
Partner in Argentinien befürchten Rohstoffausbeutung und Gefährdung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
Neben Brot für die Welt kritisieren Vertreter der Diakoniestiftung „Hora de obrar“ der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) das Handelsabkommen, das die Europäische Union (EU) mit den MERCOSUR-Staaten, darunter auch Argentinien, geschlossen hat. Dessen Ratifizierung im Europaparlament steht allerdings noch aus.
Guido Forsthuber, Koordinator des Bereichs Institutionelle Entwicklung, der Stiftung „Hora de obrar“ sagt: „Wir teilen die von Brot für die Welt geäußerten Bedenken und Sorgen zu dem Handelsabkommen. Auch wenn das neue Abkommen für bestimmte produktive Sektoren durchaus Chancen eröffnen kann, sehen wir Argentinien zunehmend ungeschützt gegenüber Importen industriell gefertigter Produkte und Investitionsgütern aus der EU. Diese Entwicklung birgt erhebliche Risiken für die argentinische Industrie, insbesondere für jene Bereiche, die strukturell weniger wettbewerbsfähig sind und auf staatliche Schutz- oder Fördermaßnahmen angewiesen sind, um sich nachhaltig entwickeln zu können.
Darüber hinaus beobachten wir mit Sorge, dass Argentinien im Rahmen des Abkommens einer verstärkten Ausbeutung seiner natürlichen Ressourcen ausgesetzt sein könnte, ohne dass gleichzeitig ausreichende Garantien bestehen für eine nachhaltige Nutzung, Wertschöpfung im Inland oder den Schutz sozialer Rechte und ökologischer Standards. Dadurch wächst die Gefahr, dass die Wirtschaft sich noch stärker auf Rohstoffe ausrichtet und zunehmend vom Export dieser Rohstoffe abhängt.
Schließlich verstärkt die politische Ausrichtung der derzeitigen argentinischen Regierung diese Sorgen. Präsident Milei verfolgt einen klar marktorientierten Ansatz, der stark auf Handelsliberalisierung und den Abbau nahezu aller Maßnahmen setzt, die die heimische Wirtschaft schützen. Es besteht die Gefahr, dass nationale Interessen, insbesondere der Schutz strategischer Sektoren, der Industrie und der Arbeitsplätze, bei der Umsetzung des Abkommens nicht ausreichend verteidigt und berücksichtigt werden.“
Kritik am Handelsabkommen der EU und MERCOSUR

Partner in Argentinien befürchten Rohstoffausbeutung und Gefährdung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
Neben Brot für die Welt kritisieren Vertreter der Diakoniestiftung „Hora de obrar“ der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) das Handelsabkommen, das die Europäische Union (EU) mit den MERCOSUR-Staaten, darunter auch Argentinien, geschlossen hat. Dessen Ratifizierung im Europaparlament steht allerdings noch aus.
Guido Forsthuber, Koordinator des Bereichs Institutionelle Entwicklung, der Stiftung „Hora de obrar“ sagt: „Wir teilen die von Brot für die Welt geäußerten Bedenken und Sorgen zu dem Handelsabkommen. Auch wenn das neue Abkommen für bestimmte produktive Sektoren durchaus Chancen eröffnen kann, sehen wir Argentinien zunehmend ungeschützt gegenüber Importen industriell gefertigter Produkte und Investitionsgütern aus der EU. Diese Entwicklung birgt erhebliche Risiken für die argentinische Industrie, insbesondere für jene Bereiche, die strukturell weniger wettbewerbsfähig sind und auf staatliche Schutz- oder Fördermaßnahmen angewiesen sind, um sich nachhaltig entwickeln zu können.
Darüber hinaus beobachten wir mit Sorge, dass Argentinien im Rahmen des Abkommens einer verstärkten Ausbeutung seiner natürlichen Ressourcen ausgesetzt sein könnte, ohne dass gleichzeitig ausreichende Garantien bestehen für eine nachhaltige Nutzung, Wertschöpfung im Inland oder den Schutz sozialer Rechte und ökologischer Standards. Dadurch wächst die Gefahr, dass die Wirtschaft sich noch stärker auf Rohstoffe ausrichtet und zunehmend vom Export dieser Rohstoffe abhängt.
Schließlich verstärkt die politische Ausrichtung der derzeitigen argentinischen Regierung diese Sorgen. Präsident Milei verfolgt einen klar marktorientierten Ansatz, der stark auf Handelsliberalisierung und den Abbau nahezu aller Maßnahmen setzt, die die heimische Wirtschaft schützen. Es besteht die Gefahr, dass nationale Interessen, insbesondere der Schutz strategischer Sektoren, der Industrie und der Arbeitsplätze, bei der Umsetzung des Abkommens nicht ausreichend verteidigt und berücksichtigt werden.“
