Institut für Mission und Ökumene eröffnet

Impulse geben in Kirche und Gesellschaft

Am inhaltlichen Auftakt mit vier Vorträgen nahmen etwa 180 geladene Gäste teil, den anschließenden Gottesdienst in der Dortmunder Reinoldikirche besuchten rund 300 Menschen. Die westfälische Präses Dr. h. c. Annette Kurschus machte zur Eröffnung deutlich, dass die landeskirchliche Einrichtung sich weiterhin stark für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren werde. Das oikos-Institut ist für Gemeinde- und Kirchenentwicklung, Entwicklungsdienst und weltweite Nachhaltigkeit, Mission und Kirchenpartnerschaften zuständig.

Es ist aus dem bisherigen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung“ (MÖWe) und dem Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm) entstanden. Die Fusion sei in einem mehrjährigen Prozess vorbereitet worden und sei nicht das Ergebnis einer strukturellen und finanziellen Konzentration. Vielmehr wachse zusammen, was theologisch und inhaltlich zusammengehöre, betonte die Präses in dem Gottesdienst.

Als Institutsleiter wurde darin Pfarrer Ingo Neserke in sein Amt eingeführt; er hatte zuvor das igm geleitet. Den unauflöslichen Zusammenhang zwischen Glauben und Handeln, zwischen Rechtfertigung des Menschen durch Christus und gelebtem Einsatz für Gerechtigkeit in der Welt, habe Neserke von Kindesbeinen an erfahren, sagte Kurschus. So habe Neserke, dessen Eltern vom Berliner Missionswerk nach Südafrika ausgesandt wurden, in einem Unrechtssystem wie der Apartheid zu spüren bekommen, wie der christliche Glaube Menschen miteinander verbinde und sie aufrichte. Neserke sagte in seiner Predigt, es geht darum, neue Wege zu suchen, um das Wort Gottes unter die Menschen zu bringen. Neue stellvertretende Leiterin des oikos-Instituts ist Katja Breyer.

In dem Gottesdienst wurde zugleich die frühere Leiterin des Amtes für MÖWe, Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Die Theologin habe ihren Dienst stets so verstanden, mit anderen gemeinsam Prozesse zu gestalten. Die weltweite Ökumene sei für sie keine persönliche Spielwiese gewesen, sondern ein Wesensmerkmal von Kirche, für das sich Muhr-Nelson engagiert habe. Auch unbequemen Fragen habe sie sich gestellt. Ihre Arbeit sei der gesamten Landeskirche zugute gekommen.

Die Laudatio zur Verabschiedung hielt die Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Mission und Ökumene der westfälischen Kirche, Annette Salomo. Darin hob sie hervor, dass Muhr-Nelson die ganze Erde als Haus Gottes verstehe. „Wir leben nicht nur in einer klein umrissenen Region, sondern sind verbunden mit den unterschiedlichsten Hausgenossen auf der ganzen Welt“, beschrieb sie ihr Verständnis vom gegenseitigen Miteinander. Dem neuen oikos-Institut und allen Mitarbeitenden wünschte Salomo einen offenen Blick, Mut und Geduld, um die Hausgemeinschaft sichtbar und fruchtbar zu machen.

Aufgaben und Erwartungen

Auf das neue oikos-Institut mit derzeit 36 Mitarbeitenden warten große Herausforderungen, wie die Referentinnen und Referenten in ihren Impulsvorträgen deutlich machten. So sei die gemeinsame Arbeit der Kirchen weltweit nötig, um das Ungleichgewicht zwischen den Kirchen im Süden und und im Norden zu reduzieren, sagte Dyah Krismawati von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zuvor auf dem Fachtag. Das Ungleichgewicht in der Welt wirke sich auch auf das Zusammenleben der Christen aus.

Für ein neues Wirtschafssystem sprach sich Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene aus. Für eine menschenwürdige Zukunft und auch für eine Zukunft des Planenten Erde sei eine Kehrtwende nötig mit neuen Strukturen, die global soziale Spaltung verhinderten. Leitmotive dafür müssten Begrenzung, Dezentralisierung und Regionalisierung bei gleichzeitiger Etablierung solidarischer Strukturen sein. Ebenso wichtig seien Partizipation und ein Geist der Gemeinschaft. Für diese Mammutaufgabe freue sie sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Oikos-Institut.

Kirchliche Werke müssten sich den knapper werdenden Ressourcen und sinkenden Mitgliederzahlen stellen, sagte Christoph Rösel von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart. Es komme umso mehr auf Mittel und Wege an, um Gottes Wort in der Welt zu verankern. Die Menschen würden heute die Bibel zu wenig kennen, bedauerte Klaus Douglass von der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi).

Christlicher Glaube und Mission lassen sich nicht trennen, erklärte auch der zuständige Ökumene-Dezernent, Landeskirchenrat Albrecht Philipps. Das oikos-Institut solle Impulse nach innen aber auch in die Gesellschaft geben. Der Begriff Oikos stammt aus dem Griechischen und steht für Haus und Haushalt. Er ist auch Bestandteil der Wörter Ökumene und Ökologie.

Unser Bild zeigt (v.l.): Institutsleiter Pfarrer Ingo Neserke, Katja Breyer (stellv. Leitung), die Referent*innen Christoph Rösel (Deutsche Bibelgesellschaft), Sabine Ferenschild (Südwind-Institut), Dyah Krismatawi (Vereinte Evangelische Mission), Klaus Douglass (midi) und den zuständigen Ökumene-Dezernenten, Landeskirchenrat Albrecht Philipps. Foto: oikos-Institut/D. Johnen

Impulse vom Fachtag zur Eröffnung

  • Eine andere Ökonomie: Dr. Sabine Ferenschild, Südwind-Institut für Ökomonie und Ökumene, (Bonn)
  • Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd: Dr. Dyah Krismawati, Vereinte Evangelische Mission, (Wuppertal)
  • Oikodomé: Pfarrer und Direktor Dr. Klaus Douglass, Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung  (midi, Berlin)
  • “oikos” in der Bibel:  Dr. Christoph Rösel, Deutsche Bibelgesellschaft, (Stuttgart)

Zur Verabschiedung von Pfarrerin Annette Muhr-Nelson

  • Grußwort von Annette Salomo, Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen

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Impulse geben in Kirche und Gesellschaft

Am inhaltlichen Auftakt mit vier Vorträgen nahmen etwa 180 geladene Gäste teil, den anschließenden Gottesdienst in der Dortmunder Reinoldikirche besuchten rund 300 Menschen. Die westfälische Präses Dr. h. c. Annette Kurschus machte zur Eröffnung deutlich, dass die landeskirchliche Einrichtung sich weiterhin stark für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren werde. Das oikos-Institut ist für Gemeinde- und Kirchenentwicklung, Entwicklungsdienst und weltweite Nachhaltigkeit, Mission und Kirchenpartnerschaften zuständig.

Es ist aus dem bisherigen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung“ (MÖWe) und dem Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm) entstanden. Die Fusion sei in einem mehrjährigen Prozess vorbereitet worden und sei nicht das Ergebnis einer strukturellen und finanziellen Konzentration. Vielmehr wachse zusammen, was theologisch und inhaltlich zusammengehöre, betonte die Präses in dem Gottesdienst.

Als Institutsleiter wurde darin Pfarrer Ingo Neserke in sein Amt eingeführt; er hatte zuvor das igm geleitet. Den unauflöslichen Zusammenhang zwischen Glauben und Handeln, zwischen Rechtfertigung des Menschen durch Christus und gelebtem Einsatz für Gerechtigkeit in der Welt, habe Neserke von Kindesbeinen an erfahren, sagte Kurschus. So habe Neserke, dessen Eltern vom Berliner Missionswerk nach Südafrika ausgesandt wurden, in einem Unrechtssystem wie der Apartheid zu spüren bekommen, wie der christliche Glaube Menschen miteinander verbinde und sie aufrichte. Neserke sagte in seiner Predigt, es geht darum, neue Wege zu suchen, um das Wort Gottes unter die Menschen zu bringen. Neue stellvertretende Leiterin des oikos-Instituts ist Katja Breyer.

In dem Gottesdienst wurde zugleich die frühere Leiterin des Amtes für MÖWe, Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Die Theologin habe ihren Dienst stets so verstanden, mit anderen gemeinsam Prozesse zu gestalten. Die weltweite Ökumene sei für sie keine persönliche Spielwiese gewesen, sondern ein Wesensmerkmal von Kirche, für das sich Muhr-Nelson engagiert habe. Auch unbequemen Fragen habe sie sich gestellt. Ihre Arbeit sei der gesamten Landeskirche zugute gekommen.

Die Laudatio zur Verabschiedung hielt die Vorsitzende des Ständigen Ausschusses für Mission und Ökumene der westfälischen Kirche, Annette Salomo. Darin hob sie hervor, dass Muhr-Nelson die ganze Erde als Haus Gottes verstehe. „Wir leben nicht nur in einer klein umrissenen Region, sondern sind verbunden mit den unterschiedlichsten Hausgenossen auf der ganzen Welt“, beschrieb sie ihr Verständnis vom gegenseitigen Miteinander. Dem neuen oikos-Institut und allen Mitarbeitenden wünschte Salomo einen offenen Blick, Mut und Geduld, um die Hausgemeinschaft sichtbar und fruchtbar zu machen.

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Auf das neue oikos-Institut mit derzeit 36 Mitarbeitenden warten große Herausforderungen, wie die Referentinnen und Referenten in ihren Impulsvorträgen deutlich machten. So sei die gemeinsame Arbeit der Kirchen weltweit nötig, um das Ungleichgewicht zwischen den Kirchen im Süden und und im Norden zu reduzieren, sagte Dyah Krismawati von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zuvor auf dem Fachtag. Das Ungleichgewicht in der Welt wirke sich auch auf das Zusammenleben der Christen aus.

Für ein neues Wirtschafssystem sprach sich Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene aus. Für eine menschenwürdige Zukunft und auch für eine Zukunft des Planenten Erde sei eine Kehrtwende nötig mit neuen Strukturen, die global soziale Spaltung verhinderten. Leitmotive dafür müssten Begrenzung, Dezentralisierung und Regionalisierung bei gleichzeitiger Etablierung solidarischer Strukturen sein. Ebenso wichtig seien Partizipation und ein Geist der Gemeinschaft. Für diese Mammutaufgabe freue sie sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Oikos-Institut.

Kirchliche Werke müssten sich den knapper werdenden Ressourcen und sinkenden Mitgliederzahlen stellen, sagte Christoph Rösel von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart. Es komme umso mehr auf Mittel und Wege an, um Gottes Wort in der Welt zu verankern. Die Menschen würden heute die Bibel zu wenig kennen, bedauerte Klaus Douglass von der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi).

Christlicher Glaube und Mission lassen sich nicht trennen, erklärte auch der zuständige Ökumene-Dezernent, Landeskirchenrat Albrecht Philipps. Das oikos-Institut solle Impulse nach innen aber auch in die Gesellschaft geben. Der Begriff Oikos stammt aus dem Griechischen und steht für Haus und Haushalt. Er ist auch Bestandteil der Wörter Ökumene und Ökologie.

Unser Bild zeigt (v.l.): Institutsleiter Pfarrer Ingo Neserke, Katja Breyer (stellv. Leitung), die Referent*innen Christoph Rösel (Deutsche Bibelgesellschaft), Sabine Ferenschild (Südwind-Institut), Dyah Krismatawi (Vereinte Evangelische Mission), Klaus Douglass (midi) und den zuständigen Ökumene-Dezernenten, Landeskirchenrat Albrecht Philipps. Foto: oikos-Institut/D. Johnen

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  • Eine andere Ökonomie: Dr. Sabine Ferenschild, Südwind-Institut für Ökomonie und Ökumene, (Bonn)
  • Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd: Dr. Dyah Krismawati, Vereinte Evangelische Mission, (Wuppertal)
  • Oikodomé: Pfarrer und Direktor Dr. Klaus Douglass, Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung  (midi, Berlin)
  • “oikos” in der Bibel:  Dr. Christoph Rösel, Deutsche Bibelgesellschaft, (Stuttgart)

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