Demokratische Werte verteidigen
Jahrestagung Entwicklungspolitik zu zivilgesellschaftlichem Engagement in autoritären Zeiten
Autoritäre Tendenzen nehmen weltweit zu – und sie betreffen auch die Arbeit der Eine-Welt-Initiativen im Bistum Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Politische Repressionen, die Schwächung demokratischer Institutionen sowie zunehmender Druck auf Nichtregierungsorganisationen und Aktivist*innen stellen das Engagement für Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz vor neue Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund stand die Jahrestagung Entwicklungspolitik 2026 unter dem Titel „Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden – Zivilgesellschaft in autoritären Zeiten“. In der Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster kamen dazu rund 70 engagierte Menschen zusammen.
In Vorträgen und Diskussionen und Arbeitsgruppen wurde gemeinsam analysiert, wie sich autoritäre Entwicklungen global und lokal auswirken – und mit welchen Strategien wir handlungsfähig zu bleiben. Spirituelle und theologische Impulse gaben den Teilnehmenden Bestärkung und Vergewisserung.
Impulse aus unterschiedlichen Ländern machten deutlich: Trotz wachsender Repressionen gibt es vielfältige Formen des Widerstands und der Solidarität. Beispiele aus Iran, Argentinien, Italien und weiteren Ländern zeigten, wie Menschen sich für Demokratie, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Diskutiert wurde auch, welche Verantwortung Akteur*innen in Deutschland tragen und wie politische Bildungsarbeit, Fairer Handel und kreative Aktionsformen dazu beitragen können, demokratische Werte zu verteidigen.
Ein besonders anschauliches Beispiel lieferte der Workshop von Jette Ladiges, Geschäftsführerin der El Puente GmbH. Sie stellte die Initiative „Röstung gegen Rechts“ vor. Der dafür verwendete Kaffee stammt von der Kooperative KOPAKAMA in Ruanda. Deren Ziel ist es, Menschen – insbesondere Frauen – nach dem Völkermord in Ruanda eine neue Perspektive zu eröffnen. Viele Frauen hatten während des Bürgerkriegs ihre Männer oder Väter verloren und mussten anschließend die Kaffeegärten allein bewirtschaften. Der Faire Handel schafft hier Einkommen, Selbstbestimmung und Zukunftsperspektiven.
Aus diesem Workshop heraus entwickelte sich eine konkrete Aktionsidee: Eine Teilnehmerin schlug vor, leerstehende Schaufenster mit Kaffee aus der Initiative „Röstung gegen Rechts“ zu gestalten, um öffentlich auf das Projekt aufmerksam zu machen und zugleich ein Zeichen gegen Rechtspopulismus zu setzen.
Auch der Austausch untereinander nahm einen besonderen Raum. Die Teilnehmenden reflektierten eigene Erfahrungen, teilten erfolgreiche Ansätze und entwickelten Ideen für zukünftiges Engagement. Workshops zu Demokratie und Frieden, Frauenrechten, kreative Projekte zu nutzen um auf Ausbeutung, Ungerechtigkeit und einen Rechtsruck aufmerksam zu machen, sowie Spiritualität als Widerstandsform.
Dabei begleitete die Teilnehmenden ein Zitat von Alberto Moreira besonders durch die Tagung: „Spiritualität hat mit dem innerlichen Lodern – Kraft, Energie zu tun, und nicht mit den romantisiert ruhigen Lagen, himmlischen Idyllen, oder mit der Abwesenheit von jedem Konflikt und Anspannung“ (Alberto Moreira: Spiritualität in der Konfliktivität).
Die Jahrestagung machte deutlich: Gerade in autoritären Zeiten braucht es eine starke, vernetzte Zivilgesellschaft, die sich nicht entmutigen lässt. Globale Solidarität, klare Haltung und gemeinsames Handeln bleiben zentrale Voraussetzungen, um sich weiterhin wirksam für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.
Text: Maike Brenzel und Theresa Schepp
Demokratische Werte verteidigen

Jahrestagung Entwicklungspolitik zu zivilgesellschaftlichem Engagement in autoritären Zeiten
Autoritäre Tendenzen nehmen weltweit zu – und sie betreffen auch die Arbeit der Eine-Welt-Initiativen im Bistum Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Politische Repressionen, die Schwächung demokratischer Institutionen sowie zunehmender Druck auf Nichtregierungsorganisationen und Aktivist*innen stellen das Engagement für Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz vor neue Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund stand die Jahrestagung Entwicklungspolitik 2026 unter dem Titel „Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden – Zivilgesellschaft in autoritären Zeiten“. In der Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster kamen dazu rund 70 engagierte Menschen zusammen.
In Vorträgen und Diskussionen und Arbeitsgruppen wurde gemeinsam analysiert, wie sich autoritäre Entwicklungen global und lokal auswirken – und mit welchen Strategien wir handlungsfähig zu bleiben. Spirituelle und theologische Impulse gaben den Teilnehmenden Bestärkung und Vergewisserung.
Impulse aus unterschiedlichen Ländern machten deutlich: Trotz wachsender Repressionen gibt es vielfältige Formen des Widerstands und der Solidarität. Beispiele aus Iran, Argentinien, Italien und weiteren Ländern zeigten, wie Menschen sich für Demokratie, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Diskutiert wurde auch, welche Verantwortung Akteur*innen in Deutschland tragen und wie politische Bildungsarbeit, Fairer Handel und kreative Aktionsformen dazu beitragen können, demokratische Werte zu verteidigen.
Ein besonders anschauliches Beispiel lieferte der Workshop von Jette Ladiges, Geschäftsführerin der El Puente GmbH. Sie stellte die Initiative „Röstung gegen Rechts“ vor. Der dafür verwendete Kaffee stammt von der Kooperative KOPAKAMA in Ruanda. Deren Ziel ist es, Menschen – insbesondere Frauen – nach dem Völkermord in Ruanda eine neue Perspektive zu eröffnen. Viele Frauen hatten während des Bürgerkriegs ihre Männer oder Väter verloren und mussten anschließend die Kaffeegärten allein bewirtschaften. Der Faire Handel schafft hier Einkommen, Selbstbestimmung und Zukunftsperspektiven.
Aus diesem Workshop heraus entwickelte sich eine konkrete Aktionsidee: Eine Teilnehmerin schlug vor, leerstehende Schaufenster mit Kaffee aus der Initiative „Röstung gegen Rechts“ zu gestalten, um öffentlich auf das Projekt aufmerksam zu machen und zugleich ein Zeichen gegen Rechtspopulismus zu setzen.
Auch der Austausch untereinander nahm einen besonderen Raum. Die Teilnehmenden reflektierten eigene Erfahrungen, teilten erfolgreiche Ansätze und entwickelten Ideen für zukünftiges Engagement. Workshops zu Demokratie und Frieden, Frauenrechten, kreative Projekte zu nutzen um auf Ausbeutung, Ungerechtigkeit und einen Rechtsruck aufmerksam zu machen, sowie Spiritualität als Widerstandsform.
Dabei begleitete die Teilnehmenden ein Zitat von Alberto Moreira besonders durch die Tagung: „Spiritualität hat mit dem innerlichen Lodern – Kraft, Energie zu tun, und nicht mit den romantisiert ruhigen Lagen, himmlischen Idyllen, oder mit der Abwesenheit von jedem Konflikt und Anspannung“ (Alberto Moreira: Spiritualität in der Konfliktivität).
Die Jahrestagung machte deutlich: Gerade in autoritären Zeiten braucht es eine starke, vernetzte Zivilgesellschaft, die sich nicht entmutigen lässt. Globale Solidarität, klare Haltung und gemeinsames Handeln bleiben zentrale Voraussetzungen, um sich weiterhin wirksam für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.
Text: Maike Brenzel und Theresa Schepp
