Das Missionsfeuer neu entfachen

Spirit-Festivalkongress: Rund 2.000 Menschen feiern, singen und beten in Bochum

Halleluja. Immer wieder schallte der Ruf laut durch den großen Saal im RuhrCongress – es war ein lebhafter und inspirierender Abschlussgottesdienst beim ökumenischen SPIRIT-Festivalkongress in Bochum. Musik, Begegnung, gemeinsames Beten sowie geistliche Impulse für den eigenen Glauben und ein großes Miteinander gaben den Ton an.

Das oikos-Institut als Mitveranstalter gestaltete das inhaltliche Programm mit und präsentierte seine Arbeitsbereiche an drei Inf0-Ständen in Bochum (s. Bild unten).  An drei Tagen trafen sich insgesamt rund 2.000 Menschen in Bochum. Konzerte, Workshops und Begegnungen ließen Kirche als einen lebendigen, vielfältigen Raum erfahrbar werden. Die Veranstaltung war in diesem Jahr stärker international und interkulturell ausgerichtet.

In einer „feurigen“ Predigt machte die ostafrikanische Pfarrerin und Missionswissenschaftlerin Leita Ngoy (Bild) anschaulich Mut und Hoffnung, den christlichen Glauben neu zu entfachen. Trotz aller Unterschiede gebe es eine große Bereitschaft, für den christlichen Glauben zu brennen.

„Alles was wir hier in Bochum in diesen drei Tagen erlebt haben, hilft uns, das Feuer lebendig zu halten“, sagte Ngoy, die aus einer kongolesischen Familie stammt und derzeit als westfälische Gemeindepfarrerin im Probedienst in Gütersloh arbeitet. Dafür hatte sie aus Holzstäben auf Steinen ein symbolisches Feuer angezündet und einen „Eintopf“ darauf erhitzt. Kulturen, Sprachen, Musik, Erfahrungen und Zeugnis sollten ein „missionarisches Feuer ohne Diskriminierung“ leuchten lassen.

Eine Kirche bestehe nicht aus Gebäuden. Vielmehr habe sie an den drei Tagen in Bochum durch Musik, Begegnung und gemeinsames Gebet gespürt, „wie unser Missionsgeist in der Kirche in Deutschland noch lebt und wie er neu entfacht worden ist“, sagte die Theologin weiter. Das Evangelium, das einmal aus Deutschland nach Afrika, Asien und Lateinamerika gebracht worden sei, bringe sie zurück nach Deutschland. Auch wenn Mission in der Vergangenheit oft mit Kolonialismus verknüpft war, sei das Werk der Missionare „nicht umsonst.“ Ngoy, die in Tansania geboren wurde, einige Jahre Indien aufwuchs und später in Tansania als Pfarrerin gearbeitet hat, bezeichnete sich selbst als Frucht dieser Mission.

Mission sei trotz „dunkler Seiten“ aber nicht Kolonialismus, sondern eine Bewegung des Heiligen Geistes. „Sie bedeutet: nicht Macht nehmen, sondern Macht loslassen. Nicht andere beherrschen, sondern anderen Raum geben“, betonte Ngoy. Es gehe darum, voneinander zu lernen und den Glauben zu teilen. Als praktische Beispiele dafür nannte Ngoy interkulturelle Gottesdienste, Projekte mit Migrant*innenkirchen, internationale Teams. Die deutschen Kirchen ermutige sie dazu, „Mission neu zu verstehen und zu denken“. Nicht von oben herab, sondern im Sinne von Teilen, Zuhören, Begegnen in Liebe, mit Freiheit und Respekt.

So weckte die Theologin Ngoy auf ihre mutmachende Art bei dem Treffen viel Freude und Hoffnung bei den Teilnehmenden des Festivalkongresses. Als Christinnen und Christen seien wir hier, um Hoffnung und Liebe zu verbreiten: zuerst zuhause, in der Familie, dann mit den Nachbarn und mit Freunden und schließlich in die ganze Welt.

Das Veranstaltungsmotto lautete: „City of Hope – Orte der Hoffnung“. Bei der Eröffnung des Festivalkongresses rief die westfälische Präses Adelheit Ruck-Schröder (Bielefeld) dazu auf, für Dialog und Verständigung in der Gesellschaft einzutreten. Angesichts der aktuellen Krisen und Kriege sehne sie sich nach einer Welt, „in der Menschen einander respektieren, friedlich miteinander leben, neugierig aufeinander sind und aneinander Freude haben.“ Das sei ihre Hoffnung. „Fangt heute an!“, appellierte sie an die  Teilnehmenden. Die Leiterin der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation im Bistum Essen, Theresa Kohlmeyer, ergänzte in ihrer Begrüßung: „Ich hoffe auf eine Gesellschaft hier bei uns, die sich nicht spalten lässt, sondern zusammensteht.“

Auf dem Programm standen Hoffnungsgeschichten und wie der christliche Glaube gelebt werden kann. Der Schauspieler und Autor Samuel Koch berichtete etwa von seinem persönlichen Zugang zum Glauben nach seinem schweren Unfall in der Fernsehshow „Wetten, dass …?“ 2010. Weiter wirkten etwa der US-amerikanische Bestsellerautor William P. Young („Die Hütte“), der Theologe Thorsten Dietz und die Theologin Christina Brudereck mit.

Hintergrund:

Zum SPIRIT-Festivalkongress hatten die Stiftung Creative Kirche, die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW), das oikos-Institut für Mission und Ökumene der EKvW mit Sitz in Dortmund und das Bistum Essen sowie weitere Partner eingeladen. Das oikos-Institut war gemeinsam mit der Werkstatt Bibel auch mit Infoständen (Bild unten) rund um die Themen Mission und Ökumene dabei. Zudem wirkten oikos-Mitarbeitende in Workshops und beim Abschlussgottesdienst mit. Die Veranstaltung – eine Mischung aus Festival und Kongress – hatte erstmals vor zwei Jahren im Bochumer RuhrCongress stattgefunden.

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Das Missionsfeuer neu entfachen

Spirit-Festivalkongress: Rund 2.000 Menschen feiern, singen und beten in Bochum

Halleluja. Immer wieder schallte der Ruf laut durch den großen Saal im RuhrCongress – es war ein lebhafter und inspirierender Abschlussgottesdienst beim ökumenischen SPIRIT-Festivalkongress in Bochum. Musik, Begegnung, gemeinsames Beten sowie geistliche Impulse für den eigenen Glauben und ein großes Miteinander gaben den Ton an.

Das oikos-Institut als Mitveranstalter gestaltete das inhaltliche Programm mit und präsentierte seine Arbeitsbereiche an drei Inf0-Ständen in Bochum (s. Bild unten).  An drei Tagen trafen sich insgesamt rund 2.000 Menschen in Bochum. Konzerte, Workshops und Begegnungen ließen Kirche als einen lebendigen, vielfältigen Raum erfahrbar werden. Die Veranstaltung war in diesem Jahr stärker international und interkulturell ausgerichtet.

In einer „feurigen“ Predigt machte die ostafrikanische Pfarrerin und Missionswissenschaftlerin Leita Ngoy (Bild) anschaulich Mut und Hoffnung, den christlichen Glauben neu zu entfachen. Trotz aller Unterschiede gebe es eine große Bereitschaft, für den christlichen Glauben zu brennen.

„Alles was wir hier in Bochum in diesen drei Tagen erlebt haben, hilft uns, das Feuer lebendig zu halten“, sagte Ngoy, die aus einer kongolesischen Familie stammt und derzeit als westfälische Gemeindepfarrerin im Probedienst in Gütersloh arbeitet. Dafür hatte sie aus Holzstäben auf Steinen ein symbolisches Feuer angezündet und einen „Eintopf“ darauf erhitzt. Kulturen, Sprachen, Musik, Erfahrungen und Zeugnis sollten ein „missionarisches Feuer ohne Diskriminierung“ leuchten lassen.

Eine Kirche bestehe nicht aus Gebäuden. Vielmehr habe sie an den drei Tagen in Bochum durch Musik, Begegnung und gemeinsames Gebet gespürt, „wie unser Missionsgeist in der Kirche in Deutschland noch lebt und wie er neu entfacht worden ist“, sagte die Theologin weiter. Das Evangelium, das einmal aus Deutschland nach Afrika, Asien und Lateinamerika gebracht worden sei, bringe sie zurück nach Deutschland. Auch wenn Mission in der Vergangenheit oft mit Kolonialismus verknüpft war, sei das Werk der Missionare „nicht umsonst.“ Ngoy, die in Tansania geboren wurde, einige Jahre Indien aufwuchs und später in Tansania als Pfarrerin gearbeitet hat, bezeichnete sich selbst als Frucht dieser Mission.

Mission sei trotz „dunkler Seiten“ aber nicht Kolonialismus, sondern eine Bewegung des Heiligen Geistes. „Sie bedeutet: nicht Macht nehmen, sondern Macht loslassen. Nicht andere beherrschen, sondern anderen Raum geben“, betonte Ngoy. Es gehe darum, voneinander zu lernen und den Glauben zu teilen. Als praktische Beispiele dafür nannte Ngoy interkulturelle Gottesdienste, Projekte mit Migrant*innenkirchen, internationale Teams. Die deutschen Kirchen ermutige sie dazu, „Mission neu zu verstehen und zu denken“. Nicht von oben herab, sondern im Sinne von Teilen, Zuhören, Begegnen in Liebe, mit Freiheit und Respekt.

So weckte die Theologin Ngoy auf ihre mutmachende Art bei dem Treffen viel Freude und Hoffnung bei den Teilnehmenden des Festivalkongresses. Als Christinnen und Christen seien wir hier, um Hoffnung und Liebe zu verbreiten: zuerst zuhause, in der Familie, dann mit den Nachbarn und mit Freunden und schließlich in die ganze Welt.

Das Veranstaltungsmotto lautete: „City of Hope – Orte der Hoffnung“. Bei der Eröffnung des Festivalkongresses rief die westfälische Präses Adelheit Ruck-Schröder (Bielefeld) dazu auf, für Dialog und Verständigung in der Gesellschaft einzutreten. Angesichts der aktuellen Krisen und Kriege sehne sie sich nach einer Welt, „in der Menschen einander respektieren, friedlich miteinander leben, neugierig aufeinander sind und aneinander Freude haben.“ Das sei ihre Hoffnung. „Fangt heute an!“, appellierte sie an die  Teilnehmenden. Die Leiterin der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation im Bistum Essen, Theresa Kohlmeyer, ergänzte in ihrer Begrüßung: „Ich hoffe auf eine Gesellschaft hier bei uns, die sich nicht spalten lässt, sondern zusammensteht.“

Auf dem Programm standen Hoffnungsgeschichten und wie der christliche Glaube gelebt werden kann. Der Schauspieler und Autor Samuel Koch berichtete etwa von seinem persönlichen Zugang zum Glauben nach seinem schweren Unfall in der Fernsehshow „Wetten, dass …?“ 2010. Weiter wirkten etwa der US-amerikanische Bestsellerautor William P. Young („Die Hütte“), der Theologe Thorsten Dietz und die Theologin Christina Brudereck mit.

Hintergrund:

Zum SPIRIT-Festivalkongress hatten die Stiftung Creative Kirche, die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW), das oikos-Institut für Mission und Ökumene der EKvW mit Sitz in Dortmund und das Bistum Essen sowie weitere Partner eingeladen. Das oikos-Institut war gemeinsam mit der Werkstatt Bibel auch mit Infoständen (Bild unten) rund um die Themen Mission und Ökumene dabei. Zudem wirkten oikos-Mitarbeitende in Workshops und beim Abschlussgottesdienst mit. Die Veranstaltung – eine Mischung aus Festival und Kongress – hatte erstmals vor zwei Jahren im Bochumer RuhrCongress stattgefunden.

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