Tansania

Zwischen Tourismus und Religion

Tansanias Bevölkerung ist traditionell ausgewogen: Je 40 Prozent sind christlich und muslimisch geprägt, 20 Prozent gehören anderen Religionen an. Störungen des traditionell guten Miteinanders von Christen und Muslimen nehmen allerdings zu. Sie betreffen vor allem Sansibar und die Ostküste, hier vor allem Daressalam, mit zehn Millionen Menschen eine der größten Städte Tansanias und bis 2016 auch Regierungssitz (Hauptstadt ist nun Dodoma).

Aber auch in der touristischen Hochburg Arusha nehmen die Spannungen zu, von wo viele Touristen zu Safaris in den Serengeti-Nationalpark aufbrechen. Der Staat an der ostafrikanischen Küste ist gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland und hat gut 45 Millionen Einwohner. In der nominellen Hauptstadt Dodoma im Zentrum des Landes wohnen zwei Millionen Menschen, in Daressalam, der wichtigsten Stadt des Landes und gleichzeitig faktischer Regierungssitz, leben zehn Milllionen Einwohner. Hier wächst die Bevölkerung doppelt so schnell wie im Landesdurchschnitt. Sehr unterschiedlich ist die Stromversorgung: Vier Prozent auf dem Land, knapp 70 Prozent in Daressalam.

Westfälische Partnerkirchen

Die Evangelische Kirche von Westfalen ist über die Vereinte Evangelische Mission durch eine Partnerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Tansania mit den folgenden vier Diözesen verbunden:

Zur Diözese gehört die Küstenregion mit Daressalam und Sansibar. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Bildung und Erziehung durch eigene Schulen und das Dar es Salaam University College der von der ELCT getragenen Tumaini University sowie durch Förderung des Religionsunterrichtes in staatlichen Schulen. In Mtoni werden lern- und körperbehinderte Schüler unterrichtet und gefördert. Zugleich wird Fortbildung für Rehabilitation und Sonderpädagogik angeboten. Gesundheit, insbesondere HIV/AIDS-Arbeit, ist ein weiterer Schwerpunkt. Auf Sansibar fördert die Diözese mit einem Projekt zum interreligiösen Dialog das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. Die Diözese Morogoro war ein Teil der ECD und ist heute selbstständig (keine VEM-Partnerdiözese).

Zu ihr gehören die Usambara-Berge und die zum Meer anschließende Region um Tanga. Die Diözese unterhält verschiedene Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen oder Kranke versorgt werden: Die Rainbow School für geistig behinderte Kinder, das Krankenhaus für psychisch Kranke in Lutindi, die Ambulanz für psychische Erkrankungen in Korogwe und das Waisenhaus in Irente sind nur einige von ihnen. Neben der praktischen Betreuung und Behandlung gehört zu den Aktivitäten der Diözese auch das Eintreten für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ein Fokus auf Bildung. Für die erste universitäre Ausbildung in Sonderpädagogik in Tansania gründete die Diözese das Sebastian Kolowa University College (SEKUCO) in Lushoto. Seit 2012 ist die Einrichtung eine anerkannte staatliche Universität und nennt sich SEKOMU (Sebastian Kolowa Memorial University). Angegliedert ist das Institute for Justice and Peace, das sich Menschenrechtsfragen widmet.

Zu ihr gehören die Usambara-Berge und die zum Meer anschließende Region um Tanga. Die Diözese unterhält verschiedene Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen oder Kranke versorgt werden: Die Rainbow School für geistig behinderte Kinder, das Krankenhaus für psychisch Kranke in Lutindi, die Ambulanz für psychische Erkrankungen in Korogwe und das Waisenhaus in Irente sind nur einige von ihnen. Neben der praktischen Betreuung und Behandlung gehört zu den Aktivitäten der Diözese auch das Eintreten für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ein Fokus auf Bildung.

Internet: ELCT North Eastern Diocese (elctned.org)

Die Diözese am Westufer des Victoriasees betreibt im Ruhija Theological College ein umfangreiches Ausbildungsprogramm für Pfarrer, Evangelisten, Kirchenmusiker und Kunsthandwerker. Mit dem Josiah Kibira University College (JoKUCo) wurde 2013 ein Zentrum für Lehrerausbildung eröffnet. Es gibt verschiedene diakonische Einrichtungen, darunter ein kleines Zentrum für geistig Behinderte und ein Waisenhaus in Ntoma und das umfangreiche Projekt Huyawa, das flächendeckend AIDS-Waisen und -Witwen unterstützt. Zur Nord-West-Diözese gehören die größeren Krankenhäuser in Ndolage und Izimbya mit zahlreichen kleineren Gesundheitsstationen (Dispensaries).

Die fehlende Infrastruktur in der noch sehr ländlichen Gegend an der Grenze zu Ruanda und Uganda erschwert die Arbeit. In dieser Region fanden nach dem Genozid in Ruanda viele Flüchtlinge Aufnahme. Die Kirche versucht die Benachteiligungen im Bildungsangebot auszugleichen, mit einer eigenen Sekundarschule (KARASECO), Ausbildungsstätten für Diakonie (Schwestern, die später in Kindergärten der Gemeinden arbeiten werden) und Verkündigung (Evangelisten) in Nkwenda, dem Berufsbildungswerk in Nkwenda und KARUCO, einem University College vor allem für Ausbildung in Landwirtschaft und Ökologie. Neben der AIDS-Arbeit unterhält die Diözese in Zusammenarbeit mit der Regierung das Hospital in Nyakahanga (Anlaufstelle für etwa eine Million Menschen). In einem verzweigten Netz von Krankenstationen wird zudem die Bevölkerung vor Ort betreut. Nicht nur im Missionsgebiet in Ngara gibt es junge Gemeinden, die rasant wachsen und sich weiter entwickelt.

Störungen des traditionell guten Miteinanders von Christen und Muslimen nehmen zu. Sie betreffen vor allem Sansibar und die Ostküste, hier vor allem Daressalam, aber auch die touristische Hochburg Arusha, von wo viele Touristen zu Safaris zum Beispiel in den Serengeti-Nationalpark aufbrechen.

Die Insel Sansibar spielt in religiöser, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht eine Sonderrolle. Sie ist muslimisch geprägt (98 Prozent), lebt überwiegend vom Tourismus und hat eine eigene Regierung, auch wenn Sansibar seit 1964 mit dem ehemaligen Tanganyika unter einer Regierung zur United Republic of Tansania vereinigt ist.

Plettenberg – Missenye/Kaskazini B (NWD), Siegen – Magharibi (ECD), Wittgenstein – Ngerengere (Morogoro), N.N., Telefon 0231 5409-70, info@moewe-westfalen.de

Arnsberg – Ihembe (KAD), N.N., Telefon 0231 5409-70, info@moewe-westfalen.de

Gelsenkirchen-Wattenscheid – Morogoro, N.N., Telefon 0231 5409-70, info@moewe-westfalen.de

Gladbeck-Bottrop-Dorsten – Mashariki (NWD), Recklinghausen – Magharibi (NWD), Pfarrer Klaus Göke, Telefon 02041 262017, klaus.goeke@moewe-westfalen.de

Unna – Kaskazini, Kati und Kusini (Daressalam, ECD), Pfarrer Dr. Jean-Gottfried Mutombo, Telefon 02301 1854903, jean-gottfried.mutombo@moewe-westfalen.de

Minden – Kaskazini (NED), Lübbecke – Bweranyange (KAD), Vlotho – Tambarare (NED), Pfarrer Dr. Christian Hohmann, Telefon 05731 7448695, christian.hohmann@moewe-westfalen.de

Bielefeld – Kusini (NED), Gütersloh – Kyerwa und Murongo (KAD), Paderborn – Ilemera/Kusini B (NWD), Pfarrerin Kirsten Potz, Telefon 0521 144-3881, kirsten.potz@moewe-westfalen.de

Sauberes Wasser nur für jeden Zweiten

Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. 70 Prozent der Bauern sind Kleinbauern, die ein bis drei Hektar mit der Hand bestellen, zur Selbstversorgung und zur lokalen Direktvermarktung. Nur die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Wasser innerhalb von weniger als einen Kilometer. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Auf dem Index der Vereinten Nationen der menschlichen Ent­wick­lung von 2020 nimmt Tansania Rang 163 unter 189 Staaten ein. Mehr Informationen gibt es auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ/Tansania) sowie der tansanischen Botschaft in Deutschland.

Malaria bleibt Todesursache Nummer eins

Die tödlichste Krankheit in Tansania ist noch immer die Malaria. Die Infektionsrate bei Kindern bis fünf Jahren liegt im Landesschnitt bei zehn Prozent. Durch den Gebrauch von Moskitonetzen und von Insektenspray in den Häusern gehen die Erkrankungen langsam zurück. Auch die HIV-Rate ist zwischen 2003 und 2011 gesunken, von sieben Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren auf 5,3 Prozent.

Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren stark in der Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania, laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit aktuell vor allem im Bereich Wassermanagement und Gesundheit sowie erneuerbare Energien. Um die Armut weiter zu reduzieren und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln – seit einigen Jahren konstant sieben Prozent, setzt Tansania auf Investoren aus dem In- und Ausland, die an den reichhaltigen Bodenschätzen und Agrobusiness interessiert sind, auf Tourismus sowie auf Gesundheit und Bildung. Tansania gilt als politisch stabil. Die Religionszugehörigkeit wird seit 1959 nicht mehr erfasst. Sie wird traditionell ausgewogen mit je 40 Prozent christlich und muslimisch und 20 Prozent andere Religionen angegeben.

Kontakt

  • Klaus Göke
  • 02041 262017
  • Partnerschaftskirchen Afrika; Erlassjahr-Kampagne; Advocacy-Arbeit