Ökumenische Dekade für Klimagerechtigkeit

Mit der Ökumenischen Dekade für Klimagerechtigkeit (2025–2035) ruft der Ökumenische Rat der Kirchen christliche Gemeinschaften dazu auf, sich für Klimagerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Unter dem Motto „Gemeinsam in ökologischer Metanoia (Umkehr) für den Wandel“ verbindet die Dekade spirituelle Erneuerung mit konkretem politischem und gesellschaftlichem Handeln. Im Mittelpunkt stehen Solidarität mit besonders betroffenen Menschen im Globalen Süden sowie der Einsatz für gerechte und nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweisen.

Engagement des oikos-Instituts

Die Dekade für Klimagerechtigkeit nehmen wir als oikos-Institut zum Anlass, unseren Dialog mit Partnerkirchen zu Klimagerechtigkeit fortzuführen und zu stärken. Z. B. diskutierten junge Erwachsene aus Deutschland, Tansania und Rumänien im Projekt Wald-Sonne-Wasser über Klimagerechtigkeit und pflanzten klimaresistente Bäume in Siebenbürgen. Gemeinsam mit unserer Partnerkirche am La Plata (IERP) unterstützen wir die Wiederaufforstung von Regenwald in Argentinien, auch durch das Projekt Baumfreundliche Gemeinde. Wir bringen Perspektiven der Betroffenen des Klimawandels und Handlungsmöglichkeiten für Klimagerechtigkeit in unsere Bildungsarbeit ein (z. B. Exit Fast Fashion) und engagieren uns in Bündnissen wie der Klima-Allianz und dem Netzwerk Eine Erde. Zudem suchen wir den Austausch mit Politik und Unternehmen zu den Herausforderungen und Möglichkeiten eines global gerechten Wandels weg von Kohle, Öl und Gas, z. B. zu den Potenzialen und Auswirkungen von grünem Wasserstoff für Länder und Menschen im Globalen Süden.

Wie können Gemeinden und Gruppen die Dekade für Klimagerechtigkeit mitgestalten? Einige Ideen:

Schöpfungszeit: Die Schöpfungszeit lädt jedes Jahr vom 1. September bis 4. Oktober zu Gebet, Gottesdiensten und praktischem Engagement ein. Anregungen bieten ein Gottesdienstheft der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, ein Wandkalender des Netzwerks Eine Erde sowie tägliche Online-Impulse der Evangelischen Erwachsenenbildung Freiburg.

Exkursionen: Planen Sie eine Exkursion, die zum Nachdenken über die globalen Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten des Engagements einlädt, z. B. zum Klimahaus Bremerhaven, zur Klimaerlebniswelt Oerlinghausen oder zur aktuellen Mythos-Wald-Ausstellung in Oberhausen.

Klimafasten: Jährlich zur Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag bietet die Aktion Klimafasten mit Wochenthemen Anregungen zu Reflexion, Lebensstiländerung und Besinnung rund um Klimaschutz und Gerechtigkeit. Gründen Sie eine Fastengruppe, organisieren Sie in der Fastenzeit einen Pilgertag zu Klimagerechtigkeit oder nutzen Sie die Anregungen der Klimafastenaktion für die Arbeit mit Kindern. Weitere Informationen unter: https://klimafasten.de/

Plakatausstellung: Unsere neue Plakatausstellung „Hoffen, Handeln, Wandeln“ (Link) gibt Impulse für Hoffnung und glaubensbasiertes Engagement für Klimaschutz und globale Solidarität. Beispiele aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen, wie Menschen den Folgen der Klimakrise begegnen und sich für eine gerechte Zukunft einsetzen.

Filmabend: Der Film One Word beleuchtet anhand des Schicksals der Marshallinseln die Auswirkungen des Klimawandels und des Anstiegs des Meeresspiegels. Er eignet sich gut, um über Klimagerechtigkeit, internationale Klimapolitik und das eigene Handeln ins Gespräch zu kommen. Der Film kann über das Medienzentrum Haus Villigst ausgeliehen werden. Begleitmaterial zum Film gibt es von Brot für die Welt.

Nachhaltiges Gemeindefest: Integrieren Sie konkrete Anregungen für Nachhaltigkeit in das nächste Gemeindefest. Wie wäre es mit einer Kleidertauschbörse, einer Fahrradreparaturwerkstatt, dem Bau eines Insektenhotels oder der Zubereitung vegetarischer Brotaufstriche?

Blick in Länder des Globalen Südens: Brot für die Welt engagiert sich in zahlreichen Ländern mit Projekten zu Klimaanpassung, Klimabildung und politischer Arbeit für die Menschen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Weltkarte Klimagerechtigkeit mit Begleitheft und Anregungen für die Konfi-Arbeit ermöglicht virtuelle Projektbesuche via Smartphone und Tablet bei Partnern von Brot für die Welt in Äthiopien, Ecuador, Bangladesch, Paraguay und Tuvalu.

Adventsgottesdienst zu Wasser und Klimagerechtigkeit: Unter dem Motto „Kraft zum Leben schöpfen“ ruft die 67. und 68. Aktion von Brot für die Welt zu Spenden, Kollekten und Engagement auf, um die Arbeit für Wasser, Ernährungssicherung und Klimagerechtigkeit zu unterstützen. Material für einen Gottesdienst zum 1. Advent und Informationen zu den Spendenprojekten sind hier zu finden.

Mit Geld Positives bewirken: Wie kann unser Geld in Zeiten des Klimawandels verantwortungsvoll angelegt und eingesetzt werden – mit positiver Wirkung in Ländern des Globalen Südens? Informieren Sie bei einem Infoabend beispielsweise zu den Geldanlagen bei Oikocredit, mit denen lokale Partnerorganisationen Kleinkredite z. B. für den lokalen Ausbau der Erneuerbaren Energien oder eine klimaangepasste Landwirtschaft erhalten, oder zum KlimaPlusBeitrag der Klima-Kollekte, der z. B. in energieeffiziente Kochmöglichkeiten für Familien in Kenia, Nepal oder Bangladesch investiert wird.

Mit Partnergemeinden austauschen: Wie wirkt sich der Klimawandel in der Region Ihrer Partnerkirche aus? Welche Herausforderungen und sozialen Konflikte zeichnen sich bei Klimaanpassung und der nötigen Abkehr von fossilen Energien ab? Welche Klimaschutzprojekte machen Hoffnung? Suchen Sie den Austausch zu diesen Themen mit Ihren Partnergemeinden und organisieren Sie gemeinsam einen Partnerschaftsgottesdienst zu Klimawandel und globaler Gerechtigkeit. Stimmen aus den EKvW-Partnerkirchen werden wir als oikos-Institut in der Schöpfungszeit auf unserem Instagram-Kanal sichtbar machen.

Politisch für Klimagerechtigkeit eintreten: Rund um den Globus zeigen sich Christ*innen solidarisch mit denen, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden und engagieren sich politisch für einen gerechten Wandel. Zentral ist dabei z. B., dass der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas weltweit vorangeht (-> Fossil Fuel Treaty) und arme Staaten von Schulden entlastet werden (-> Erlassjahr), damit sie Klimaanpassung und Klimaschutz finanzieren können. Wie wäre es mit einer Diskussionsveranstaltung mit lokalen Bundestags- oder Europaabgeordneten? Aktuelle Forderungen kirchlicher Bündnisse finden sich z. B. hier (zu Deutschland) und hier (zu Europa).

Baumfreundliche Gemeinde werden: Engagieren Sie sich für den Schutz der Bäume, z. B. über die Pflege einer Streuobstwiese, die Verwendung von Recyclingpapier, Waldspaziergänge mit Expert*innen. Machen Sie Ihre Gemeinde zur nächsten ausgezeichneten Baumfreundlichen Gemeinde.

Sichtbarkeit schaffen: Mit unserem Schaukasten-Plakat kann jede Gemeinde in einem Aushang sichtbar machen, wie sie sich für Klimaschutz und globale Gerechtigkeit engagiert – mit freiem Kasten für Texte, Fotos oder Zeichnungen. Sie haben den Gemeindebrief auf Recyclingpapier umgestellt, ein bienenfreundliches Beet angelegt, einen Gottesdienst zu Klimagerechtigkeit geplant oder Spenden für ein Projekt zur Klimaanpassung gesammelt? Lassen Sie Gemeindemitglieder und Passant*innen davon wissen.

Mutmachende Beispiele:

Klimahelden im Alltag: Klimaschutz im Alltag ganz praktisch und mit viel Spaß für alle Generationen angehen. Dieses Vorhaben steht im Zentrum des Projektes Klimahelden im Kirchenkreis Halle. Menschen können ihre praktischen Fähigkeiten einbringen, an andere weitergeben und Wertschätzung erfahren.

Klimagerechtigkeit als Leitprinzip im Klimaschutzkonzept: Die drei Kirchenkreise Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg unterhalten Partnerschaften mit Regionen, die vom Klimawandel besonders stark betroffen sind: Namibia, Philippinen und Simbabwe. Im Juni 2026 haben die Kreissynoden der Kirchenkreise beschlossen, Klimagerechtigkeit als Leitprinzip in ihr gemeinsames Klimaschutzkonzept aufzunehmen. Vorgesehen sind z.B. gemeinsame Workshops mit den internationalen Partnern, Bildungsarbeit, Schöpfungsgottesdienste, Predigtbausteine und mehr.

Fossiles Divestment: Kurz vor der Klimakonferenz 2025 sendeten 46 kirchliche Institutionen ein wichtiges Signal: Sie verkündeten, Investitionen aus fossilen Energieträgern abzuziehen und in eine gerechte, nachhaltige Zukunft zu investieren. Ihre Botschaft: Die Kirchen gehen weiter glaubwürdig den Weg zu Klimagerechtigkeit und die Politik soll es ihnen gleichtun.

Internationaler Aufbruch: Eine erste Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien fand im April 2026 in Santa Marta in Kolumbien statt. Sie wurde aus Frustration über jahrzehntelange Blockaden in den UN-Klimaverhandlungen ins Leben gerufen, will diese ergänzen und Raum für Handeln einer „Koalition der Willigen“ schaffen. 2027 soll eine Folgekonferenz stattfinden.

Kontakt

  • Eva Maria Reinwald

  • 0231 5409-89

  • Projektstelle „Wasserstoff und globale Gerechtigkeit“