Namibia

Urlaubsträume und Kolonialgeschichte

Seit 1990 ist Namibia ein unabhängiger Staat mit derzeit etwa 2,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. In Windhoek als Hauptstadt leben etwa 320.000 Menschen. Mit der Unabhängigkeit vom damals südafrikanischen Protektorat vor fast 25 Jahren hat Deutschland seine besondere historische Verantwortung zu Namibia festgehalten.

Die gemeinsame Kolonialgeschichte von 1884 bis 1915 und der Genozid im Kolonialkrieg gegen Herero und Nama 1904 prägen die besondere Beziehung beider Staaten. Seit 1990 ist Namibia ein unabhängiger Staat mit derzeit 2,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. In Windhoek als Hauptstadt leben etwa 320.000 Menschen.

Mit der Unabhängigkeit vom damals südafrikanischen Protektorat vor fast 25 Jahren hat Deutschland seine besondere historische Verantwortung zu Namibia festgehalten. Die gemeinsame Kolonialgeschichte von 1884 bis 1915 und der Genozid im Kolonialkrieg gegen Herero und Nama 1904 prägen die besondere Beziehung beider Staaten.

Gold, Diamanten, Uran, Kupfer…

Das Land ist reich an Bodenschätzen: Gold, Diamanten, Uran und Kupfer. Vieles ist landwirtschaftlich nutzbar und bietet für den Tourismus viele Attraktionen. Demgegenüber steht die Tatsache, dass Namibia eines der Länder der Welt mit der größten Ungleichheit ist. Konkret heißt dies laut UNDP (United Nation Development Programme), dass 10 Prozent der Bevölkerung nur 1 Prozent des gesamten Einkommens Namibias zur Verfügung haben, und die reichsten 10 Prozent gut die Hälfte des Gesamteinkommens besitzen. Dies ist eine der Herausforderungen, denen sich die Kirchen in Namibia stellt. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit, der ungehinderte Zugang zu Land und Landrechten wie auch das Entstehen neuer Kirchen sind weitere.

Kontakt gewachsen durch Missionsarbeit

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat direkten Kontakt zur Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia (ELCRN) – historisch gewachsen durch die Missionsarbeit, zunächst der London Mission Society und dann der Rheinischen Mission, heute Vereinte Evangelische Mission (VEM). Sowohl das Evangelical Lutheran AIDS-Programm (ELCAP) mit dem Schwerpunkt Church and Business against HIV & AIDS wie auch das Programme zum Basic Income Grant (BIG) werden intensiv mitbegleitet und sind in Westfalen bekannt. Die Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia wird von Bischof Ernst //Gamxamub geleitet. Vize Bischof Paul Hatani Kisting, Associate General Secretary Wilfred Diergaardt und Leonard de Vries, der für die Finanzverwaltung zuständig ist, bilden das Team im Head-office der ELCRN in Windhoek. Die Partnerschaftsarbeit wird von Frau Naomi Kisting in Windhoek verantwortet – bei der VEM sind Uli Baege und Frauke Bürgers die Ansprechpersonen. Grundlage der gemeinsamen Partnerschaftsarbeit ist das auf englisch ebenfalls bei der VEM online einzusehende Bad Driburg Agreement.

Lutheraner-Treffen

Zusammen mit der größten Kirche Namibias, der aus der finnischen Mission hervorgegangenen Evangelical Lutheran Church in Namibia ELCIN und der wesentlich kleineren Deutschen Evangelischen Lutherischen Kirche in Namibia (DELK) hat die ELCRN ein Uniting Lutheran Church council gebildet, wo Gespräche zur Zusammenarbeit stattfinden. Im Reformationsjahr 2017 tagte die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia, in einem Land, in dem mehr als 90 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehören, und mehr als 50 Prozent einer der lutherischen Kirchen. Die englischsprachige Internetseite des Lutherischen Weltbundes ist hier zu finden.

Zu Namibia gehört auch immer die Geschichte, die eng mit der deutschen Vergangenheit verwoben ist. „Deutsch-Südwest“ war eine der Kolonien des deutsches Reiches. Eine kritische Reflektion der Eroberungskriege, des Genozid, wie auch die deutschen Verflechtungen in das Apartheidregime, das durch das südafrikanische Protektorat in Namibia eng mit dem südafrikanischen Regime verbunden war, stehen auf der deutsch-namibischen Tagesordnung.

Gemeinsam Vergangenheit bewältigen

Genauso gehört aber auch der Widerstand zur gemeinsamen Geschichte, die Boykottbewegung in Deutschland, und der auch gerade in den schwarzen lutherischen Kirchen sich formierende Widerstand und die weltweite aktive Befreiungsbewegung, die jetzt die Regierung stellt.

Diese vielfach verwobene und nicht mit schnellen Kategorien zu begreifende Geschichte wird jetzt von Menschen aus den Kirchen, Wissenschaft, der Mission und Zivilgesellschaft in Namibia, Südafrika und Deutschland gemeinsam aufgearbeitet. In einem langjährigen Studienprozeß, der von den Kirchen und Missionswerken angestoßen und getragen wird, erscheinen Aufsatzbände und finden interessante Tagungen und Diskussionen statt.

Mehr dazu auf der VEM-Internetseite.

Unterrichtsmaterial zu Namibia zwischen 1904 und 2004 findet sich unter dem Titel „Uns gehört Hereroland“.

Der Kirchenkreis Tecklenburg unterhält eine Beziehung zum Kirchenkreis Otjiwarongo. Ein deutliches Zeichen der Verbundenheit ist auch Mitarbeitenden-Austausch: Derzeit arbeitet Pfarrerin Elisabeth von Francois, die auch der ELCRN stammt, für einige Zeit im Kirchenkreis Tecklenberg.

Der Kirchenkreis Dortmund hat eine Kirchenkreispartnerschaft zum namibischen Kirchenkreis Usakos.

Zwischen dem Kirchenkreis Unna und der Gemeinde Dordabis gibt es einen engen Kontakt.

Kontakt

  • Dr. Jean-Gottfried Mutombo

  • 02301 1854903
  • Partnerkirchen Afrika; Evangelisation; Wirtschaft und Menschenrechte; Koordination Region Münsterland