40 Jahre Werkstatt Bibel: Feiern, Entdecken, Erleben

Tag der offenen Tür mit vielen Mitmachangeboten

Mit einem „Tag der offenen Tür“, zahlreichen kreativen Mitmachaktionen und einem festlichen Jubiläumsgottesdienst hat die Werkstatt Bibel in Dortmund ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Motto „Die Bibel entdecken, erleben und feiern“ kamen am 15. November den ganzen Tag über viele Besucherinnen und Besucher zur runden Geburtstagsfeier. Seit vier Jahrzehnten zeigt diese besondere Werkstatt, wie biblische Geschichte und Geschichten sich anschaulich vermitteln lassen. Der Jubiläumsgottesdienst bildete den feierlichen Höhepunkt.

Das bunte Programm des Tages lockte zahlreiche Familien an. Kinder und Jugendliche konnten biblische Geschichten mit Legosteinen oder digital in Minecraft nachbauen. Der bekannte Illustrator Rüdiger Pfeffer bot Zeichenworkshops für Groß und Klein an. An einer historischen Gutenberg-Druckerpresse erfuhren Besucherinnen und Besucher die alte Kunst des Buchdrucks und druckten mit dem Psalm 23 ein eigenes Erinnerungsstück. Musikalisch wurde es mit Bastian Basse und Jan Primke, die Bibelgeschichten in Wort und Klang erlebbar machten.

Beliebt waren auch die Rundgänge durch die Dauerausstellung „Vom Papyrus zur App“ – eine Zeitreise durch die Geschichte der Bibelüberlieferung von antiken Papyrusrollen über den Buchdruck bis zu digitalen Bibeln. Die Gäste waren beeindruckt. Eine Besucherin, die sich als Kirchenführerin in Dortmund engagiert, betonte, wie wichtig die Arbeit der Werkstatt Bibel gerade angesichts der aktuellen weltweiten Krisen sei. „Die Bibel muss Menschen im Alltag erreichen, und das gelingt der Werkstatt Bibel“, sagte sie. So könne das Wort Jesu auch heute wirksam werden.

Ulrike Stede aus der Kirchengemeinde Dortmund-Brechten hob hervor, wie entscheidend kreative Zugänge seien: „Die Bibel ist auch heute total wichtig.“ Damit biblische Geschichten verstanden und im Alltag erfahrbar werden, müsse man sie immer wieder neu lebendig werden lassen. Zugänge über den Computer oder über Legosteine seien für Kinder besonders sinnvoll, „damit sie schon früh die Bibel entdecken“.

Mittendrin im bunten Geschehen zwischen Legosteinen und einem Kinderquiz rund um die Bibel war die sechsjährige Antonia, die mit ihrer Mama Angelina Juricev in die Werkstatt Bibel gekommen war. Die Mutter war via Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Jubiläumsveranstaltung aufmerksam geworden und wollte die kreative Möglichkeiten kennenlernen, wie biblische Geschichten altersgerecht vermittelt werden können. „Da waren wir in der Werkstatt Bibel genau richtig“, wie Mutter Angelina zufrieden feststellte. Sie selbst sei katholisch getauft und ist heute in einer evangelischen Gemeinde aktiv. Ihre Tochter solle ohne Angst aufwachsen können und wissen, „dass Gott immer bei ihr ist.“

Vier Jahrzehnte lebendige Bibelarbeit

Der Präsident der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen, Professor Dr. Peter Wick, betonte in seinem Festvortrag: Das Thema Bibel habe „nach wie vor großes Potenzial, um Interesse zu wecken und Menschen mit dem christlichen Glauben in Verbindung zu bringen“. Die Werkstatt Bibel sei deshalb heute ebenso wichtig wie bei ihrer Gründung 1985. Die Praxis des Bibellesens sei vielfältiger, aber auch weniger selbstverständlich geworden. „Wir brauchen eine neue Verständigung darüber, wie Bibellesen aussehen sollte – und was das für die unterschiedlichen Menschen in unseren Gemeinden bedeutet.“ Die bibelgeschichtliche Arbeit in Deutschland in den vergangenen vier Jahrzehnten hatte zuvor der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft (Stuttgart), Dr. Christoph Rösel, dargelegt.

Nach 40 Jahren zeigt sich die Werkstatt Bibel aktueller denn je: Sie verbindet historische Tiefe, kreative Bildung und moderne Medien – und macht so die biblische Botschaft für Menschen jeden Alters erlebbar. Die Jubiläumsfeierlichkeiten machten deutlich, wie die Einrichtung in Dortmund wirksam dazu beiträgt, dass das Wort Gottes auch heute noch „unter uns wohnt“. Deren religionspädagogischer Mitarbeiter Timon Tesche sagte mit Blick auf moderne Formen der Bibelvermittlung: Die hauseigene Ausstellung brauche „keine Reformation – die Kirche vielleicht schon.“

Im Festgottesdienst hatte der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, über die historische Verbreitung der Bibel gepredigt und an die bedeutende Rolle der von Cansteinschen Bibelanstalt erinnert: Schon Ende des 18. Jahrhunderts habe die Bibel durch den Buchdruck rasch weite Verbreitung gefunden, berichtete er – maßgeblich beeinflusst durch die Mission des Carl Hildebrand Freiherr von Canstein: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.“ Heute gebe es Bibeltexte in 769 Sprachen, und Christen hätten weiterhin die Aufgabe, das Wort Gottes in die Welt zu tragen, sagte Schlüter. Im Gottesdienst wirkten außerdem Suanne Falcke, Superintendentin des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und Mitglied im Direktorium der von Cansteinschen Bibelanstalt, Professor Wick sowie Timon Tesche und Praktikantinnen des oikos-Instituts mit.

Die Werkstatt Bibel ist eine Einrichtung des landeskirchlichen oikos-Instituts für Mission und Ökumene in Kooperation mit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. Die Ausstellung in Dortmund besuchen jährlich etwa 150 Gruppen mit insgesamt rund 3.500 Menschen; überwiegend sind es Schulklassen sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Text: Dirk Johnen

Fotos: oikos-Institut/Stephan Schütze

Eine ganze Zeitungsseite zum 40-jährigen Bestehen der Werkstatt Bibel ist in der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (UK) erschienen. Der Beitrag trägt den Titel: „Wie durch eine geöffnete Tür“ – Die Werkstatt Bibel zeigt eine Geschichte der Bibelarbeit in Westfalen.

Den Bericht zum Nachlesen gibt es hier: UK46-2025_Werkstatt-Bibel

Die von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen geht in ihren Ursprüngen auf die älteste Bibelanstalt der Welt zurück und trägt ihren Namen. Sie wurde 1710 in Halle/Saale gegründet mit dem Ziel, allen Menschen den Kauf einer Bibel zu ermöglichen. Neben der Verbreitung des „Buchs der Bücher“ will sie heute vor allem Menschen zum Lesen der Bibel ermutigen. Dazu bietet sie Zugänge und Hilfen zum Verstehen an. Die Geschäftsstelle befindet sich im oikos-Institut für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Dortmund.

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40 Jahre Werkstatt Bibel: Feiern, Entdecken, Erleben

Tag der offenen Tür mit vielen Mitmachangeboten

Mit einem „Tag der offenen Tür“, zahlreichen kreativen Mitmachaktionen und einem festlichen Jubiläumsgottesdienst hat die Werkstatt Bibel in Dortmund ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Motto „Die Bibel entdecken, erleben und feiern“ kamen am 15. November den ganzen Tag über viele Besucherinnen und Besucher zur runden Geburtstagsfeier. Seit vier Jahrzehnten zeigt diese besondere Werkstatt, wie biblische Geschichte und Geschichten sich anschaulich vermitteln lassen. Der Jubiläumsgottesdienst bildete den feierlichen Höhepunkt.

Das bunte Programm des Tages lockte zahlreiche Familien an. Kinder und Jugendliche konnten biblische Geschichten mit Legosteinen oder digital in Minecraft nachbauen. Der bekannte Illustrator Rüdiger Pfeffer bot Zeichenworkshops für Groß und Klein an. An einer historischen Gutenberg-Druckerpresse erfuhren Besucherinnen und Besucher die alte Kunst des Buchdrucks und druckten mit dem Psalm 23 ein eigenes Erinnerungsstück. Musikalisch wurde es mit Bastian Basse und Jan Primke, die Bibelgeschichten in Wort und Klang erlebbar machten.

Beliebt waren auch die Rundgänge durch die Dauerausstellung „Vom Papyrus zur App“ – eine Zeitreise durch die Geschichte der Bibelüberlieferung von antiken Papyrusrollen über den Buchdruck bis zu digitalen Bibeln. Die Gäste waren beeindruckt. Eine Besucherin, die sich als Kirchenführerin in Dortmund engagiert, betonte, wie wichtig die Arbeit der Werkstatt Bibel gerade angesichts der aktuellen weltweiten Krisen sei. „Die Bibel muss Menschen im Alltag erreichen, und das gelingt der Werkstatt Bibel“, sagte sie. So könne das Wort Jesu auch heute wirksam werden.

Ulrike Stede aus der Kirchengemeinde Dortmund-Brechten hob hervor, wie entscheidend kreative Zugänge seien: „Die Bibel ist auch heute total wichtig.“ Damit biblische Geschichten verstanden und im Alltag erfahrbar werden, müsse man sie immer wieder neu lebendig werden lassen. Zugänge über den Computer oder über Legosteine seien für Kinder besonders sinnvoll, „damit sie schon früh die Bibel entdecken“.

Mittendrin im bunten Geschehen zwischen Legosteinen und einem Kinderquiz rund um die Bibel war die sechsjährige Antonia, die mit ihrer Mama Angelina Juricev in die Werkstatt Bibel gekommen war. Die Mutter war via Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Jubiläumsveranstaltung aufmerksam geworden und wollte die kreative Möglichkeiten kennenlernen, wie biblische Geschichten altersgerecht vermittelt werden können. „Da waren wir in der Werkstatt Bibel genau richtig“, wie Mutter Angelina zufrieden feststellte. Sie selbst sei katholisch getauft und ist heute in einer evangelischen Gemeinde aktiv. Ihre Tochter solle ohne Angst aufwachsen können und wissen, „dass Gott immer bei ihr ist.“

Vier Jahrzehnte lebendige Bibelarbeit

Der Präsident der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen, Professor Dr. Peter Wick, betonte in seinem Festvortrag: Das Thema Bibel habe „nach wie vor großes Potenzial, um Interesse zu wecken und Menschen mit dem christlichen Glauben in Verbindung zu bringen“. Die Werkstatt Bibel sei deshalb heute ebenso wichtig wie bei ihrer Gründung 1985. Die Praxis des Bibellesens sei vielfältiger, aber auch weniger selbstverständlich geworden. „Wir brauchen eine neue Verständigung darüber, wie Bibellesen aussehen sollte – und was das für die unterschiedlichen Menschen in unseren Gemeinden bedeutet.“ Die bibelgeschichtliche Arbeit in Deutschland in den vergangenen vier Jahrzehnten hatte zuvor der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft (Stuttgart), Dr. Christoph Rösel, dargelegt.

Nach 40 Jahren zeigt sich die Werkstatt Bibel aktueller denn je: Sie verbindet historische Tiefe, kreative Bildung und moderne Medien – und macht so die biblische Botschaft für Menschen jeden Alters erlebbar. Die Jubiläumsfeierlichkeiten machten deutlich, wie die Einrichtung in Dortmund wirksam dazu beiträgt, dass das Wort Gottes auch heute noch „unter uns wohnt“. Deren religionspädagogischer Mitarbeiter Timon Tesche sagte mit Blick auf moderne Formen der Bibelvermittlung: Die hauseigene Ausstellung brauche „keine Reformation – die Kirche vielleicht schon.“

Im Festgottesdienst hatte der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, über die historische Verbreitung der Bibel gepredigt und an die bedeutende Rolle der von Cansteinschen Bibelanstalt erinnert: Schon Ende des 18. Jahrhunderts habe die Bibel durch den Buchdruck rasch weite Verbreitung gefunden, berichtete er – maßgeblich beeinflusst durch die Mission des Carl Hildebrand Freiherr von Canstein: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.“ Heute gebe es Bibeltexte in 769 Sprachen, und Christen hätten weiterhin die Aufgabe, das Wort Gottes in die Welt zu tragen, sagte Schlüter. Im Gottesdienst wirkten außerdem Suanne Falcke, Superintendentin des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und Mitglied im Direktorium der von Cansteinschen Bibelanstalt, Professor Wick sowie Timon Tesche und Praktikantinnen des oikos-Instituts mit.

Die Werkstatt Bibel ist eine Einrichtung des landeskirchlichen oikos-Instituts für Mission und Ökumene in Kooperation mit der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. Die Ausstellung in Dortmund besuchen jährlich etwa 150 Gruppen mit insgesamt rund 3.500 Menschen; überwiegend sind es Schulklassen sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Text: Dirk Johnen

Fotos: oikos-Institut/Stephan Schütze

Eine ganze Zeitungsseite zum 40-jährigen Bestehen der Werkstatt Bibel ist in der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (UK) erschienen. Der Beitrag trägt den Titel: „Wie durch eine geöffnete Tür“ – Die Werkstatt Bibel zeigt eine Geschichte der Bibelarbeit in Westfalen.

Den Bericht zum Nachlesen gibt es hier: UK46-2025_Werkstatt-Bibel

Die von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen geht in ihren Ursprüngen auf die älteste Bibelanstalt der Welt zurück und trägt ihren Namen. Sie wurde 1710 in Halle/Saale gegründet mit dem Ziel, allen Menschen den Kauf einer Bibel zu ermöglichen. Neben der Verbreitung des „Buchs der Bücher“ will sie heute vor allem Menschen zum Lesen der Bibel ermutigen. Dazu bietet sie Zugänge und Hilfen zum Verstehen an. Die Geschäftsstelle befindet sich im oikos-Institut für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Dortmund.

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